Hautkrebs-Apps: Patienten bevorzugen Broschüren

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Im Zeit­alter neu auftretender Techniken der Digitalisierung und elektronischen Gesundheitsfürsorge erweisen sich Apps zur Früherkennung von Hautkrebs als nützliche Instrumente, um die hautärztliche Konsultation und Untersuchung zu unterstützen.

Bislang ist wenig über die Wahrnehmung der Patienten und deren Beurteilung dieser elektronischen Hilfsmittel bekannt. Dermatologen der LMU München haben nun in einer Querschnittsstudie untersucht, welche Meinungen Patienten über solche Apps haben.

Dazu wurden 200 Patienten der Hautkrebs-Ambulanz der LMU mittels Fragebögen zum Bekanntheitsgrad und zur Zweckmäßigkeit von Gesundheits- und Hautkrebs-bezogenen Apps befragt. Es wurde eine deskriptive Analyse der Antworten durchgeführt, um kategorische Variablen wie Häufigkeit und Prozentzahlen zu bestimmen. Kontingenztabellen wurden aufgestellt und Chi-Quadrat-Unabhängigkeitstests durchgeführt, um die Verknüpfung zwischen soziodemografischen Daten und bestimmten Positionen der Fragebögen zu evaluieren.
Ein ganz überwiegender Teil der befragten Patienten (98,9 %; 195/197) hatte bislang noch keine solche App benutzt. 49,7 % (93/187) der Patienten konnten sich über die Zweck­mäßigkeit solcher Apps keine Meinung bilden, während 42,6 % (78/183) der Meinung waren, dass diese Programme die professionelle Hautkrebsuntersuchung seitens eines Arztes unterstützen können. Immerhin 47,9 % (90/188) zeigten Interesse an weiterführenden Informationen seitens ihres behandelnden Dermatologen zu solchen Apps. Niedriges Lebensalter (P = 0,002), männliches Geschlecht (P = 0,02), eine frühere Melanomdiagnose (P = 0,004) sowie ein höherer Bildungsgrad (P = 0,002) waren signifikant mit einer positiveren Einstellung zu Hautkrebs-Apps assoziiert. Nichtsdestotrotz bevorzugten 55,9 % (105/188) eine gedruckte Patientenbroschüre zu Hautkrebs gegenüber einer App.

Die Erfahrung mit und das Wissen über Hautkrebs-Apps erwies sich in der untersuchten Population als überraschend niedrig, obwohl das Interesse an solchen Neuerungen durchaus als hoch zu bezeichnen ist. Als Informationsquelle werden aber weiterhin gedruckte Broschüren gegenüber Apps bevorzugt. (am)