Hautkrebsdiagnostik: Lasermikroskop statt Skalpell

Dr. Jörg Laske untersucht an der Stirn einer Patientin ein auffällige Hautstelle mit dem neuen Laser-Mikroskop. © Uniklinikum Dresden / Marc Eisele

Dank einer großzügigen Spende kann die Klinik für Dermatologie des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden ihren Patienten im Fall des Verdachts auf Hautkrebs eine schonende Untersuchung ihrer Haut anbieten.

Mit der konfokalen Laserscanmikroskopie lässt sich laut Mitteilung der Uniklinik schnell und direkt feststellen, ob Hautkrebs vorliegt und um welche Krebsart es sich handelt. Die oft schmerzhafte Entnahme von Gewebe zum Stellen einer Diagnose sei somit in vielen Fällen nicht mehr erforderlich. Das Ergebnis liege in der Regel sofort vor.

“Jedes Jahr diagnostizieren Ärzte allein in Deutschland bei rund 140.000 Patienten erstmals einen Hautkrebs. Gut zehn Prozent davon sind vom sogenannten „schwarzen Hautkrebs” – dem malignen Melanom – betroffen. Bei rund 125.000 Deutschen wird jährlich die Diagnose „heller Hautkrebs” gestellt. Bei beiden Krebsarten ist die Tendenz dabei steigend”, Betont das Klinikum. Hauptursache dieser Tumorerkrankungen sei eine übermäßige Sonnenbestrahlung sowie vor allem in der Kindheit erlittene Sonnenbrände. Ob ein Hautkrebs oder eine Vorform vorliege oder eine gutartige Veränderung wie ein Muttermal – Nävus –, könnten auch erfahrene Hautärzte in der Regel nicht mit dem bloßen Auge abschließend erkennen. Dazu sei ein Blick in die Zellstrukturen der Haut notwendig. Deshalb müsse ein Stück des verdächtigen Gewebes herausgeschnitten und im Labor mit einem Mikroskop untersucht werden. Gerade beim häufiger auftretenden weißen Hautkrebs, der sich schwerpunktmäßig im Gesicht und auf dem Kopf entwickele, seien solche Gewebeentnahmen – Biopsien – nicht nur schmerzhaft, sondern sie hinterließen feine Narben – im Fall eines “falschen Alarms” für die Patienten eine ungelegene Nebenwirkung. Gerade in Fällen, bei denen die Wahrscheinlichkeit eines positiven Befundes eher gering sei oder bei einer Häufung von Verdachtsfällen wüssten Patienten wie Ärzte die moderne Technik des neuen Laser-Mikroskops zu schätzen. Doch die mit dessen Anschaffung verbundenen hohen Kosten, zu denen ein großer Aufwand für Schulungen hinzukomme, würden von den gesetzlichen Krankenkassen derzeit noch nicht getragen.

Optische Hautbiopsien in Echtzeit dank Konfokaler Laserscanmikroskopie

Das neue mit den Geldern der Stiftung „Medical Equipment and Research“ erworbene Gerät, so heißt es weiter, nutze das Prinzip der konfokalen Laserscanmikroskopie. Im Gegensatz zur herkömmlichen Mikroskopie, wo das komplette Blickfeld mit einer Aufnahme abgebildet werde, taste ein Laserstrahl Punkt für Punkt das Gewebe ab. Je nach Intensität ließen sich zusätzlich unterschiedliche Ebenen der Haut erfassen. Damit könne das neue Gerät Aufnahmen von sechs verschiedenen Hautschichten in einer hohen Auflösung anfertigen. Der Abgleich der Zellstrukturen von gesundem Gewebe und dem Tumorgewebe erfolge wenige Minuten nach der Aufnahme. “Dies ist Aufgabe des Arztes, der deshalb entsprechend geschult werden muss. Die konfokale Laserscanmikroskopie öffnet ein ‘Fenster in die Haut'”, erklärt die Dresdener Uniklinik. Das Gerät arbeite mit langwelligem Laserlicht. Dank der Wellenlänge von 830 Nanometern (nm) verursache es keinerlei Nebenwirkungen. Der Laser sei nicht schädlich für Auge und Haut. Auch hochempfindliche Hautareale, wie zum Beispiel bei einer akuten Kontaktallergie, könnten so problemlos beurteilt werden.

Den Kauf des neuen Gerätes ermöglichte nach Angaben des Klinikums Jürgen Preiss-Daimler. Der Unternehmer aus Grumbach bei Dresden unterstütze bereits seit sechs Jahren die Hochschulmedizin Dresden und habe allein für das spezielle Laser-Mikroskop über die von ihm und seiner Ehefrau Beatrix Preiss-Daimler gegründete Stiftung „Medical Equipment and Research“ einen knapp sechsstelligen Betrag zur Verfügung gestellt.