Hautkrebsprävention muss im Kindergarten starten

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Die Kleinsten tragen in der Sonne das größte Risiko für Hautschäden. Am 10. Juli 2018 öffnet deshalb das Berufskolleg St.-Nikolaus-Stift in Zülpich-Füssenich als Ausbildungsstätte für Erzieherinnen und Erzieher seine Türen für einen Aktionstag rund um den UV-Schutz.

„Je früher Lehrer, Erzieher und Ärzte jungen Menschen erklären, wie wir mit Vernunft Sonne konsumieren, desto mehr Hautkrebsfälle können wir verhindern“, erläutert Dr. Jan-Olaf Piontek, Hautarzt aus Rheinbach, seine Motivation, die Teilnehmer am Aktionstag über Hautkrebsrisiken aufzuklären.

Ein nach wie vor wichtiges Anliegen: Jeder siebte Bundesbürger entwickelt im Laufe seines Lebens Hautkrebs. Sonnenbrände in jungen Jahren sind eine der Hauptursachen für die Entstehung von Hautkrebs. Für den Schutz vor übermäßiger UV-Strahlung tragen Eltern, aber auch immer häufiger Erzieherinnen und Erzieher die Verantwortung. Inzwischen verbringen Mädchen und Jungen häufig einen Großteil des Tages im Kindergarten.

Als Ausbildungsstätte für Erzieherinnen und Erzieher veranstaltet das Berufskolleg St.-Nikolaus-Stift in Zülpich-Füssenich den Aktionstag „Spiele mit Licht und Schatten“ und lädt dazu die Teams von rund 100 Kindertagestätten, die Kinder und deren Eltern in den Klostergarten ein. Über 600 Mädchen und Jungen werden erwartet. „Aus pädagogischer Sicht ist es uns als Schule ein ganz wichtiger Aspekt, auch auf die Risiken der Sonne aufmerksam zu machen. Mit einem Projekt wie diesem haben wir außerdem eine Win-win-Situation: Kinder und Eltern werden mit dem Thema vertraut gemacht und unsere Studierenden tragen als zukünftige Erzieher das hier erlernte Wissen zu ihren neuen Arbeitsplätzen“, sagt Schulleiter Norbert Paffenholz.

Wie wichtig das ist, zeigt eine Umfrage der Europäischen Hautkrebsstiftung (ESCF). Demnach hatte jedes fünfte Kind im Kindergartenalter bereits ein bis fünf Sonnenbrände. Eltern unterschätzen nach wie vor die Gefahr von UV-Strahlung im Kindesalter.

Podiumsdiskussion mit Kinderkanal-Moderatorin

Höhepunkte der Veranstaltung werden unter anderem zwei Auftritte der aus dem Kinderkanal bekannten Moderatorin Singa Gätgens mit ihrem Programm „Singas Mit-Mach-Show“ sein. „Ich freue mich, beim Aktionstag dabei sein zu dürfen. Sonnenschutz für Kinder ist ein so wichtiges Thema. Wir Erwachsenen sollten viel verantwortungsvoller mit dem Thema umgehen, schließlich sind wir die Vorbilder für die Kinder“, findet Gätgens.

Darüber hinaus werden die Moderatorin und Dermatologe Dr. Piontek während einer Podiumsdiskussion die wichtigsten Aspekte der Hautkrebsprävention leicht verständlich vorstellen. Zum Abschluss der Veranstaltung schult der Hautarzt in der Aula des Berufskollegs die angehenden Erzieher dann noch in Sachen UV-Schutz. Die Kinder haben während der ganzen Zeit Gelegenheit, im Klostergarten an verschiedenen Stationen ausgiebig zu spielen – selbstverständlich gut beschattet.

Bundesweite Aufklärung in Kindergärten

Der Aktionstag in Füssenich findet statt im Rahmen der bundesweiten Kindergartenaktion 2018 des Berufsverbandes der Deutschen Dermatologen (BVDD). Dabei sind Hautärzte von April bis Oktober vor Ort in Kitas unterwegs, um die Risiken der Sonneneinstrahlung zu erläutern und geeignete Schutzmaßnahmen vorzustellen. „Um die steigende Anzahl an Hautkrebs-Neuerkrankungen zu reduzieren, braucht es größere Anstrengungen im Bereich der primären Prävention, also bei der Krankheitsverhinderung“, sagt Dermatologe Dr. Ralph von Kiedrowski, Mitglied des BVDD-Vorstands und Pressereferent. Deshalb engagieren sich Hautärzte in ganz Deutschland insbesondere bei der Aufklärung von Kindern zum Thema Sonnenschutz. Bis jetzt konnten bereits an rund 160 Einrichtungen Hautärzte vermittelt werden, die Aufklärungsarbeit in Sachen UV-Schutz leisten.