HDZ NRW: Kathetergestützter Trikuspidalklappenersatz ab sofort Teil der Routineversorgung11. Januar 2024 Symbolbild: ©iushakovsky/stock.adobe.com Muss die Trikuspidalklappe ersetzt werden, so war dies bisher nur auf chirurgischem Weg möglich. Bei zu hohem Operationsrisiko setzen Herzspezialisten vom Herz- und Diabeteszentrum NRW (HDZ NRW), Bad Oeynhausen, nun auch in der Routineversorgung ein erstmals zugelassenes Katheter-Klappenersatzsystem ein. Prof. Volker Rudolph und sein Team der Klinik für Allgemeine und Interventionelle Kardiologie/Angiologie stellen damit einen solchen kathetergestützten Ersatz der Trikuspidalklappe ab sofort außerhalb von Studien für die Routineversorgung zur Verfügung. „Insbesondere bei sehr starken Beeinträchtigungen der Herzklappenfunktion stellt das neue Ersatzsystem eine Erweiterung der Therapiemöglichkeiten für eine schonende Wiederherstellung der Trikuspidalklappe dar“, erläutert Rudolph. „Wir hoffen, zukünftig mehr Patienten mit einem solchen maßgeschneiderten kathetergestützten Verfahren helfen zu können. Da aber noch Langzeitergebnisse zu der neuen Klappe fehlen, wird sie derzeit nur bei Patienten eingesetzt, bei denen ein chirurgischer Eingriff nicht möglich ist.“ Einen erfolgreichen Eingriff des Transkatheter-Klappenersatzes führten Rudolph, Oberarzt Dr. Kai Peter Friedrichs und die Kardiologin Maria Ivannikova gemeinsam im Herzkatheterlabor bei einem 82-jährigen Patienten durch, dessen undicht gewordene Trikuspidalklappe ersetzt werden musste. Dabei führten sie unter Röntgenkontrolle die aus Rinderperikardgewebe bestehende Klappe über einen Leistenzugang mit dem Herzkatheter bis zum Herzen vor, wo sie sich dank eines selbstexpandierenden Nitinol-Rahmens exakt entfaltete. Der Patient habe den Eingriff gut überstanden, wie das HDZ NRW erklärt. „Die bisherigen Studien belegen eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität bei Betroffenen, die aufgrund des Schweregrades ihrer Erkrankung bisher nicht adäquat behandelt werden konnten“, sagt Rudolph. „Innovationen wie diese sind daher ganz wichtig, weil sie den Betroffenen nicht nur einen langen Leidensdruck nehmen, sondern wesentlich dazu beitragen, die Versorgungsqualität insgesamt durch immer bessere individuelle Therapieangebote, je nach Komplexität, Alter, Schweregrad und Begleiterkrankungen unserer Patientinnen und Patienten, stetig zu verbessern.“
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