Helicobacter-pylori-Eradikation: Nivelliertes Krebsrisiko nach elf Jahren4. November 2025 © nobeastsofierce – stock.adobe.com (Symbolbild) In einer nordischen Kohortenstudie nahm das Risiko für Magenkrebs nach Helicobacter-pylori-Eradikation über 20 Jahre hinweg stetig ab und glich sich nach rund elf Jahren dem Risiko der Allgemeinbevölkerung an. Eine Mageninfektion mit H. pylori (HPE) ist der Hauptrisikofaktor für Magenadenokarzinome außerhalb des Kardia-Bereichs. Noch ist wenig darüber bekannt, wie sich die Eradikation von HPE im Laufe der Zeit auf das Risiko für diese Tumorart auswirkt, insbesondere in westlichen Bevölkerungsgruppen. Das Ziel einer Studie in „Gastroenterology“ war es, zu beschreiben, wie sich das Risiko für ein Adenokarzinom des Magens außerhalb der Kardia im Laufe der Zeit nach einer HPE-Eradikationsbehandlung in einer westlichen Bevölkerung entwickelt. Diese populationsbasierte Kohortenstudie, umfasste alle Erwachsenen, die zwischen 1995 und 2019 in einem der nordischen Länder Dänemark, Finnland, Island, Norwegen und Schweden eine HPE-Eradikationsbehandlung erhalten hatten. Standardisierte Inzidenzraten (SIR) mit 95%-Konfidenzintervall[KI]-Werten wurden berechnet, indem die Inzidenz von Adenokarzinomen des Magens im Nichtkardia-Bereich in der Studienkohorte mit der Inzidenz in der Hintergrundpopulation gleichen Alters, Geschlechts, Kalenderzeitraumes und Landes direkt miteinander verglichen wurde. Zeitliche Trends in der SIR wurden mittels Poisson-Regression bewertet. Unter 659.592 Teilnehmern, die eine HPE-Eradikationsbehandlung erhalten hatten und zu insgesamt 5.480.873 Personenjahren bzgl. des Risikos beitrugen, entwickelten 1311 Personen ein Adenokarzinom des Magens außerhalb der Kardia. Während einer Nachbeobachtungszeit von mehr als 24 Jahren waren die SIR zunächst höher vs. Allgemeinbevölkerung (1–5 Jahre nach der Behandlung: SIR 2,27; 95%-KI 2,10–2,44) und sanken dann allmählich ab und näherten sich ab elf Jahren nach der Behandlung dem Niveau der Hintergrundpopulation an (11–24 Jahre nach der Behandlung: SIR 1,11; 95%-KI 0,98–1,27). Die schwedischen Studienleiterkonnten eine abnehmende Inzidenz von Adenokarzinomen des Magens außerhalb der Kardia nach einer HPE-Eradikationsbehandlung in fünf westlichen Populationen beobachten. Das verbleidende Restrisiko war elf Jahre nach der Behandlung praktisch ähnlich wie das der Allgemeinbevölkerung. (bi)
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