Helicobacter pylori: Vitamin-D-Mangel begünstigt Eradikationsversagen20. Juni 2019 © bacsica – fotolia.com Viele Studien haben andere Risikofaktoren als die Antibiotikaresistenz im Zusammenhang mit dem Versagen der Helicobacter-pylori-Eradikation untersucht. Eine aktuelle Studie konnte nun zeigen, dass ein 25-Hydroxy-(25-OH)-Vitamin-D-Mangel als Risikofaktor im Zusammenhang mit einem Eradikationsversagen der H.-pylori-Infektion angesehen werden kann. Die Autoren der aktuellen Arbeit betonen dabei, dass weitere randomisierte Studien zur Beurteilung der Wirkung der Vitamin-D-Supplementierung in Bezug auf die Eradikation von H. pylori unerlässlich seien. Die Wissenschaftler schlossen 150 Patienten in ihre Studie ein, bei denen eine H.-pylori-Gastritis mittels vergrößendem endoskopischen Narrow-Band-Imaging, gestützt durch einen Stuhl-Antigen-Test, diagnostiziert wurde. Mithilfe des Enzyme-Linked Immune Sorbent Assay (ELISA) wurde der 25-OH-Vitamin-D-Serumspiegel gemessen, bevor mit der Eradikationstherapie begonnen wurde. Alle Patienten erhielten 14 Tage lang eine Clarithromycin-basierte Tripeltherapie. Der Erfolg der H.-pylori-Eradikation wurde 4 Wochen nach Beendigung der Therapie durch einen Stuhl-Antigen-Test nachgewiesen. Gemäß dem 25-OH Vitamin-D-Serumspiegel wurden die Patienten in 2 Gruppen eingeteilt: Gruppe I (ausreichend) hatte einen Vitamin D-Spiegel ≥20 ng/ml, während Gruppe II (mangelhaft) einen Vitamin D-Spiegel <20 ng/ml aufwies. Die Studienergebnisse zeigen laut den Autoren, dass die Eradikation bei 105 (70%) Patienten erfolgreich war und bei 45 (30%) Patienten fehlschlug. Der mittlere 25-OH-Vitamin-D-Wert war in der Eradikationsfehlgruppe signifikant niedriger als in der Behandlungserfolgsgruppe (14,7±4,5 vs. 27,41±7,1; p<0,001). Darüber hinaus gab es signifikant mehr Patienten mit mangelhaften 25-OH-Vitamin-D-Werten in der Gruppe mit fehlgeschlagener Behandlung (n=30; 66,6%) im Vergleich zur erfolgreichen Gruppe (n=10; 9,5%) (p<0,001). Fazit Die Studienergebnisse haben gezeigt, dass ein 25-OH-Vitamin-D-Mangel als Risikofaktor für das Eradikationsversagen der H.-pylori-Infektion angesehen werden kann. (jh) Autoren: El Shahawy MS et al. Korrespondenz: Mohamed S. El Shahawy, Department of Internal Medicine, Gastroenterology Unit, Faculty of Medicine, AL-Azhar University, Kairo, Ägypten; [email protected] Studie: The effect of vitamin D deficiency on eradication rates of Helicobacter pylori infection Quelle: JGH Open 2018;2(6):270–275. Web: https://doi.org/10.1002/jgh3.12081
Mehr erfahren zu: "Hautkrebsscreening in Deutschland: Kein Vorteil im Ländervergleich" Hautkrebsscreening in Deutschland: Kein Vorteil im Ländervergleich Der Nutzen eines bevölkerungsweiten Hautkrebsscreenings ist umstritten. Ein Forschungsteam aus Oldenburg und Lübeck hat nun Trends der Melanomsterblichkeit in Deutschland und den Nachbarländern verglichen.
Mehr erfahren zu: "Beobachtungsstudie: Weniger Gebrechlichkeit unter Statintherapie" Beobachtungsstudie: Weniger Gebrechlichkeit unter Statintherapie Eine aktuelle Studie aus den USA deutet darauf hin, dass Statine neben der Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen auch positive Auswirkungen auf ein gesundes Altern haben könnten.
Mehr erfahren zu: "Diabeteszentren: Spezialisierte Versorgung könnte jährlich etwa 1.140 Leben retten" Diabeteszentren: Spezialisierte Versorgung könnte jährlich etwa 1.140 Leben retten Neue Daten zeigen, dass Menschen mit Diabetes in zertifizierten Diabeteszentren eine niedrigere Krankenhaussterblichkeit und kürzere Liegedauer aufweisen. Die Zertifizierung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) gewährleistet leitliniengerechte Standards und eine spezialisierte […]