Hepatitis C in den USA: Zahl der DAA-Behandlungen im freien Fall?21. April 2026 Abbildung: Xaver Klaussner/stock.adobe.com Laut einer neuen Untersuchung kämpfen Millionen Amerikaner immer noch mit Hepatitis C, obwohl sie mit direkt wirksamen antiviralen Medikamenten geheilt werden könnten – die sie jedoch nicht erhalten. Dr. Sanjay Kishore von der University of Virginia School of Medicine und seine Kollegen am Mass General Brigham untersuchten die Verschreibungstrends für direkt wirksame antiviraler Medikamente (DAAs). Sie stellten fest, dass die Verschreibungen nach der Markteinführung im Jahr 2013 rasant anstiegen und 2015 ihren Höhepunkt erreichten. Danach ging die Anwendung zurück. In den letzten Jahren sei sie dann stark gesunken, teilen die Wissenschaftler mit. Die Forschenden warnen, dass dieser alarmierende Trend sowohl die Gesundheit vieler Amerikaner als auch die Ziele der US-Regierung zur Ausrottung der Krankheit in den Vereinigten Staaten gefährdet. „Medikamente können Hepatitis C zwar heilen, aber sie können ihre Wirkung nur entfalten, wenn wir sie den Erkrankten zukommen lassen“, betont Kishore, Internist am UVA Health. Hepatitis-C-Prävalenz in den USA: „Nicht gesunken, sondern möglicherweise sogar gestiegen“ Laut den Autoren eines Ende März in „JAMA“ veröffentlichten Research Letters wurden im Jahr 2015 in den USA mehr als 185.000 DAA-Behandlungszyklen durchgeführt. Diese Zahl sei jedoch bis 2025 auf unter 70.000 gesunken. Der anfängliche Anstieg der antiviralen Behandlungen betraf laut den Forschenden vor allem ältere Erwachsene und Patienten, die über Medicare versichert waren oder eine private Krankenversicherung hatten. In der Anfangsphase der Verfügbarkeit der Medikamente beschränkte Medicaid die Verschreibungen auf Patienten mit fortgeschrittener Leberzirrhose. Die Anwendung in dieser Gruppe stieg jedoch zwischen 2016 und 2019 stetig an, bevor sie – möglicherweise aufgrund von Zugangsproblemen infolge der COVID-19-Pandemie – wieder zurückging. „Die zu niedrige Behandlungsrate könnte erklären, warum die Prävalenz von Hepatitis C in den vergangenen Jahren nicht gesunken, sondern möglicherweise sogar gestiegen ist“, erklärt Dr. Benjamin Rome von der Abteilung für Pharmakoepidemiologie und Pharmakoökonomie am Mass General Brigham Department of Medicine und Seniorautor der Studie. „Für eine Eliminierung sind systemweite Veränderungen erforderlich, nicht nur ein besseres Screening.“ Experten schätzen, dass jährlich rund 260.000 Behandlungszyklen verabreicht werden müssen, um das US-Ziel der Viruseliminierung im eigenen Land zu erreichen. Neben verstärkten Screening-Maßnahmen drängen die Forscher auf rasche Maßnahmen wie die Erleichterung von Behandlungen am Tag der Diagnosestellung, den Ausbau von Telemedizin und mobilen Beratungsangeboten sowie Finanzierungsreformen, wie sie im „Cure Hepatitis C Act of 2025“ vorgeschlagen werden.
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