HER2-positiver Brustkrebs: Potenzieller neuer Therapie-Ansatz entdeckt5. Oktober 2018 Bild: © sakurra – fotolia.com Forscher um Dr. Kiran Kurmi von der Mayo Clinic in Rochester haben einen wichtigen neuen Weg identifiziert, über den HER2-positive Mammakarzinome wachsen. Zudem haben sie entdeckt, dass ein Nahrungsergänzungsmittel namens Cyclocreatin das Wachstum von HER2-positivem Brustkrebs blockieren kann. Ihre Ergebnisse wurden vor kurzem in „Cell Metabolism“ veröffentlicht. „Die HER2-Rezeptor-Tyrosinkinase, die bei zellulären Funktionen als Ein- oder Aus-Schalter fungiert, ist ein Schlüsselfaktor für Brustkrebs und wird bei etwa einem Viertel aller Brustkrebserkrankungen überexprimiert”, sagt Dr. Taro Hitosugi, Pharmakologe an der Mayo Clinic und korrespondierender Autor des Artikels. „Während Medikamente wie Trastuzumab die Behandlungsergebnisse für einige Patienten mit HER2-positivem Brustkrebs verbesserten, sind einige Tumore gegen dieses Medikament resistent oder können resistent werden.“ Hitosugi und seine Kollegen beschlossen, Wege zu suchen, um diesen ungedeckten klinischen Bedarf zu beheben. Ihre Strategie bestand darin, eine Behandlung zu entwickeln, die auf den mitochondrialen Energiestoffwechsel von Tumoren abzielt. Die Herausforderung für die Forscher bestand darin, zu bestimmen, welche mitochondrialen Enzyme durch HER2-Krebszellen aktiviert wurden. „Wir verwendeten Metabolomics- und Proteomics-Ansätze, um HER2-abhängige metabolische Ereignisse zu identifizieren und entdeckten, dass die HER2-Signalgebung die mitochondriale Kreatinkinase 1 aktiviert“, sagt Hitosugi. Hitosugi und seine Kollegen entdeckten, dass Cyclocreatin, ein Nahrungsergänzungsmittel, das in Sportgetränken verwendet wird, effektiv auf das mitochondriale Kreatinkinase-1-Enzym wirkt und das Krebswachstum ohne Toxizität reduziert. Dieser Befund wurde – teils in Kombination mit dem HER2-Kinase-Inhibitor Lapatinib – in Mausmodellen bestätigt, bei denen von Patientinnen stammende, Trastuzumab-resistente HER2-positive Tumore den Mäusen transplantiert wurden. „Die mitochondriale Kreatinkinase 1 könnte ein neues Ziel für Medikamente zur Behandlung von HER2-positivem Brustkrebs sein”, sagt Dr. Matthew Goetz, Direktor des Brustkrebs-Forschungsprogramms der Mayo Clinic. “Zukünftige klinische Studien werden notwendig sein, um die Wirksamkeit dieser Substanz bei HER2-positivem Brustkrebs, der gegenüber Standardtherapien resistent ist, zu bestimmen.” Publikation: Kurmi K et al. Tyrosine Phosphorylation of Mitochondrial Creatine Kinase 1 Enhances a Druggable Tumor Energy Shuttle Pathway. Cell Metabolism, 30. August 2018; doi: 10.1016/j.cmet.2018.08.008 https://doi.org/10.1016/j.cmet.2018.08.008
Mehr erfahren zu: "Mütterlicher Milchkonsum beeinflusst Lipidprofil der Muttermilch" Mütterlicher Milchkonsum beeinflusst Lipidprofil der Muttermilch Die Ergebnisse einer Pilotstudie mit 100 ausschließlich stillenden Frauen deuten darauf hin, dass der Milchkonsum der Mutter mit einer verringerten Konzentration zahlreicher Lipide in der Muttermilch einhergeht. Die Studienergebnisse wurden […]
Mehr erfahren zu: "KI bestimmt das Brustkrebsrisiko durch Quetschen einzelner Brustzellen" KI bestimmt das Brustkrebsrisiko durch Quetschen einzelner Brustzellen Forscher des City of Hope, einer Einrichtung für Krebsforschung und -behandlung, und der University of California, Berkeley (USA) haben eine neuartige mikrofluidische KI-Plattform entwickelt, die das Brustkrebsrisiko von Frauen auf […]
Mehr erfahren zu: "Krebsforschung: Mini-Antikörper reaktivieren den Wächter des Genoms" Krebsforschung: Mini-Antikörper reaktivieren den Wächter des Genoms Das Protein p53 ist in vielen Krebszellen mutiert, sodass es seine Schutzfunktion vor der Entstehung von Tumoren nicht mehr erfüllen kann. Forschern ist es jetzt gelungen, eine Art Mini-Antikörper (DARPins) […]