Herzgesunder Lebensstil mit einer niedrigeren Demenzrate assoziiert14. Dezember 2018 © freshidea – fotolia.com In der Literatur wurde in jüngerer Vergangenheit wiederholt über einen zu beobachtenden Rückgang der Demenzinzidenz berichtet. Dem möglichen Zusammenhang zwischen kardiovaskulären Risikofaktoren und der Entwicklung einer Demenz sind französische Forscher um Dr. Cécilia Samieri von der Université de Bordeaux nachgegangen. Dabei stellten sie in der von ihnen untersuchten Kohorte älterer Erwachsener fest, dass eine optimale kardiovaskuläre Gesundheit mit einer niedrigeren Demenzrate und geringeren kognitiven Einbußen assoziiert ist. In die bevölkerungsbasierte Kohortenstudie wurden 6626 Personen ab 65 Jahren (Durchschnittsalter 73,7 Jahre) aus den 3 Städten Bordeaux, Dijon und Montpellier aufgenommen. Der Anteil der Frauen lag bei 63,4 %. Von Januar 1999 bis Juli 2016 fanden wiederholt neuropsychologische Untersuchungen statt. Der kardiovaskuläre Gesundheitszustand wurde einerseits mithilfe des Life‘s-Simple-7-Scores der American Heart Association (AHA) definiert. Die 7 Punkte berücksichtigen Blutdruck (unter 120/80 mmHg), Cholesterinwert (unter 200 mg/dl), Glukosespiegel (unter 100 mg/dl), regelmäßige körperliche Bewegung, Ernährung (wenigstens 2-mal die Woche Fisch, Früchte und Gemüse wenigstens 3-mal am Tag), Nichtrauchen und Körpergewicht (BMI<25). Zusätzlich wurde ein globaler kardiovaskulärer Gesundheits-Score verwendet, bei dem den einzelnen Faktoren Werte von 0, 1 oder 2 für schlechte, mittlere beziehungsweise optimale Level zugeordnet wurden. Zu Beginn der Untersuchung waren keine kardiovaskulären oder Demenzerkrankungen vorhanden. 2412 Personen (36,5 %) zeigten bei keinem bis 2 der Life’s-Simple-7-Faktoren einen optimalen Wert. 3781 Personen (57,1 %) hatten bei 3–4 der Lebensstilfaktoren einen optimalen Wert. 433 Personen (6,5 %) erfüllten 5–7 der Kriterien. Während der durchschnittlichen Nachbeobachtungsdauer von 8,5 (0,6–16,6) Jahren wurde bei 745 Teilnehmern eine Demenz diagnostiziert. In der beobachteten Kohorte älterer Erwachsener waren eine erhöhte Anzahl optimaler kardiovaskulärer Kennzahlen und ein höherer kardiovaskulärer Gesundheitsfaktor mit einem geringeren Demenzrisiko und geringeren kognitiven Einbußen verbunden. So verringerte sich in multivariaten Analysen das Risiko einer vorzeitigen Demenz um 10 % (Hazard Ratio [HR] 0,90; 95 %-Konfidenzintervall [KI] 0,84-0,97) mit jedem zusätzlichen Lebensstilfaktor auf optimalem Niveau und um 8 % (HR 0,92; 95 %-KI 0,89–0,96) für jeden zusätzlichen Punkt beim globalen kardiovaskulären Gesundheits-Score. Fazit Die Ergebnisse unterstützen die Förderung der kardiovaskulären Gesundheit, um Risikofaktoren zu minimieren, die mit kognitiven Einbußen und Demenz assoziiert sind, so das Resümee der französischen Studienautoren. Autoren: Samieri C et al. Korrespondenz: [email protected] Studie: Association of Cardiovascular Health Level in Older Age With Cognitive Decline and Incident Dementia. Quelle: JAMA 2018;320(7):657–664. Web: dx.doi.org/10.1001/jama.2018.11499
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