Herzinfarkt-Präventionsmaßnahmen: Patienten mit niedriger Schulbildung profitieren am stärksten28. August 2018 © sasinparaksa – fotolia.com Herzinfarkt-Patienten mit niedriger Schulbildung und einem ungünstigen Herz-Kreislauf-Krankheits-Profil profitieren von intensiven Präventionsprogrammen am stärksten, berichten Forscher aus Bremen. Herzinfarkt-Patienten mit niedriger Schulbildung und einem ungünstigen Herz-Kreislauf-Krankheits-Profil profitieren von Präventionsprogrammen am stärksten, berichtet Dr. Tina Backhaus (Bremer Institut für Herz- und Kreislaufforschung) auf dem Europäischen Kardiologiekongress in München. Ein dreiwöchiges Rehabilitationsprogramm nach dem Herzinfarkt und ein zwölfmonatiges intensives Präventionsprogramm (IPP) verbesserten die Risikofaktoren bei allen Teilnehmer-Gruppen, doch die Patienten mit dem niedrigsten Schulabschluss, die anfänglich die ungünstigsten Risikoprofile hatten, zogen den meisten Nutzen aus dem Programm. In München kommen von 25. bis 29. August 31.000 Teilnehmer aus 150 Ländern zusammen, was den Kongress der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) zu einem der weltweit größten Medizinkongresse macht. Registerstudien hatten gezeigt, dass ein niedriger Sozialstatus mir einem hohen Herzinfarkt-Risiko in einem Zusammenhang steht. Außerdem ist das Risiko eines neuerlichen Infarkts bei Menschen mit niedrigem Einkommen höher. Ausgangshypothese der Studie von Dr. Backhaus und ihrem Team war, dass der Schulabschluss einen starken Einfluss auf den Erfolg von Sekundärpräventions-Maßnehmen nach einem Herzinfarkt hat. Verglichen wurde die Effektivität eines 12monatigen intensiven Präventionsprogramms (IPP) gegenüber herkömmlicher Betreuung. Primärer Endpunkt war ein Risikoscore, bei dem 0 das höchste und 15 das niedrigste Risiko bedeutete. Die Studienteilnehmer wurden je nach ihrem höchsten errichten Schulabschluss in drei Gruppen eingeteilt. Bei der Einweisung in ein Krankenhaus waren die Risikofaktoren in den drei Gruppen ungleich verteilt. Patienten mit dem niedrigsten Schulabschluss hatten die signifikant höchsten LDL-Werte und waren am wenigsten körperlich aktiv. Einen Monat nach der Krankenhausentlassung verbesserten sich die Risikofaktoren in beiden Teilnehmergruppen (IPP vs. herkömmliche Betreuung). In den folgenden 12 Monaten sanken die Risikofaktoren signifikant weiter in allen Absolventengruppen, die ein IPP machten. Entgegen den Erwartungen der Studienautoren zeigten jedoch Patienten mit dem niedrigsten Schulabschluss, die ursprünglich ein sehr ungünstiges Risikoprofil hatten, nach zwölf Monaten die stärksten Verbesserungen. Quelle: ESC Abstract Nr. 82696; Backhaus et al.: Which role plays the school degree in effectiveness of prevention after myocardial infarction? Session: Refining secondary prevention; 26. August 2018, 10h05
Mehr erfahren zu: "Myopie bei Kindern: Atropin-Augentropfen in niedriger Dosierung sind sicher und wirksam" Myopie bei Kindern: Atropin-Augentropfen in niedriger Dosierung sind sicher und wirksam Atropin-Augentropfen in niedriger Konzentration zeigten sich in der Behandlung von Myopie bei Kindern im Vereinigten Königreich als sicher und wirksam. Das legt eine im „BMJ“ veröffentlichte klinische Studie nahe.
Mehr erfahren zu: "Kindliche Katarakt: Forschung zur Genetik soll Früherkennung verbessern" Kindliche Katarakt: Forschung zur Genetik soll Früherkennung verbessern Für ihre Forschung zur Genetik des kindlichen Grauen Stars hat Dr. Jennifer Rossen, Kinderaugenärztin am Ann & Robert H. Lurie Children’s Hospital of Chicago in den USA, eine fünfjährige Förderung […]
Mehr erfahren zu: "Sjögren-Syndrom: Wirksame Behandlung mit Kombitherapie" Weiterlesen nach Anmeldung Sjögren-Syndrom: Wirksame Behandlung mit Kombitherapie Das Sjögren-Syndrom mit systemischer Krankheitsaktivität lässt sich mit einer Kombination aus zwei Antirheumatika wirksam behandeln – bei günstigem Sicherheitsprofil. Das zeigt eine neue klinische Studie.