Hidradenitis suppurativa: Besserung durch GLP-1-RA bei adipösen Patienten27. September 2024 Foto: © syahrir – stock.adobe.com Eine neue Studie, die auf dem Kongress der European Academy of Dermatology and Venereology (EADV) vorgestellt wurde, zeigt das Potenzial von Semaglutid bei der Behandlung von Hidradenitis suppurativa (HS). HS betrifft derzeit schätzungsweise 1 von 100 Menschen, wobei Adipositas ein wesentlicher Risikofaktor ist. Die Erkrankung ist durch schmerzhafte Abszesse und Narbenbildung gekennzeichnet, die die Lebensqualität der Patienten stark beeinträchtigen können. Trotz Fortschritten bei der Behandlung von HS sind wirksame Behandlungen nach wie vor begrenzt und können schwerwiegende Nebenwirkungen verursachen, was den Bedarf an alternativen und besser verträglichen Behandlungsmöglichkeiten deutlich macht. In der Studie, die Daten aus dem Zeitraum von Juni 2020 bis März 2023 untersuchte, wurden die gesundheitlichen Ergebnisse von 30 adipösen Patienten (27 Frauen, 3 Männer, Durchschnittsalter 42) mit HS in verschiedenen Stadien bewertet. Die Patienten erhielten Semaglutid – ein GLP-1-RA (Glucagon-like-peptide-1-Rezeptoragonisten) – in einer durchschnittlichen Dosis von 0,8 mg pro Woche über einen Zeitraum von durchschnittlich 8,2 Monaten. Die Forscher überwachten Veränderungen des Body-Mass-Index (BMI), des Gewichts, der Häufigkeit von Schüben, des Dermatology Life Quality Index (DLQI) und der Schmerzwerte vor und nach Beginn der Behandlung mit Semaglutid sowie Marker wie C-reaktives Protein (CRP), Glukose und Hämoglobin A1c (HbA1c). Weniger Schübe, verbesserte Lebensqualität Die Ergebnisse zeigten deutliche Verbesserungen der Patientenergebnisse in mehreren wichtigen Bereichen. Bei den Patienten traten weniger HS-Schübe auf, wobei die Häufigkeit dieser Episoden von durchschnittlich einmal alle 8,5 Wochen auf einmal alle 12 Wochen zurückging. Auch die Lebensqualität verbesserte sich deutlich, was sich in einer Verringerung des DLQI-Scores von durchschnittlich 13/30 auf 9/30 widerspiegelt. Bemerkenswert ist, dass ein Drittel der Patienten eine Verringerung des DLQI-Scores um vier oder mehr Punkte erreichte und damit die minimal wichtigen Unterschiede für diesen Index erreichte oder übertraf. Der durchschnittliche BMI der Patienten verringerte sich von 43,1 auf 41,5, und ihr Durchschnittsgewicht sank deutlich von 117,7 kg auf 111,6 kg, wobei ein Drittel der Patienten während des Behandlungszeitraums 10 kg oder mehr abnahm. Weitere positive Veränderungen wurden bei den untersuchten biochemischen Markern beobachtet. Der HbA1c-Wert sank von 39,3 auf 36,6, was auf eine bessere Kontrolle des Blutzuckerspiegels hinweist, während der durchschnittliche CRP-Wert von 7,8 auf 6,9 sank, was auf eine geringere Entzündung hindeutet. Größere Studien mit höheren Dosen erforderlich Dr. Daniel Lyons, leitender Forscher am St. Vincent’s University Hospital in Dublin, Irland, erklärt: „Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass Semaglutid selbst in bescheidenen Dosen erhebliche Vorteile bei der Behandlung von HS bieten kann. Während die Rolle des Medikaments bei der Förderung der Gewichtsabnahme gut bekannt ist, ist es besonders interessant, dass es auch die Häufigkeit von HS-Schüben verringern kann, was zu den bemerkenswerten Verbesserungen der Lebensqualität der Patienten beiträgt.“ Lyons fügt hinzu: „Die Ergebnisse sind sehr ermutigend und könnten einen wichtigen Durchbruch in der HS-Behandlung bedeuten. Um auf diesen Fortschritten aufzubauen, sind größere randomisierte kontrollierte Studien erforderlich, um diese Ergebnisse zu validieren. Darüber hinaus sollten künftige Forschungsarbeiten die Auswirkungen höherer Semaglutid-Dosen und die Wirkungen unabhängig von begleitenden Medikamenten untersuchen, um das Potenzial dieses Medikaments vollständig zu verstehen.“ Die Forscher hoffen, dass die vorläufigen Daten Dermatologen dazu ermutigen werden, Medikamente zur Gewichtsreduktion als Ergänzung zu bestehenden HS-Behandlungen in Betracht zu ziehen. Darüber hinaus möchten sie zu weiteren Forschungen in diesem Bereich anregen, die darauf abzielen, die Ergebnisse für Menschen, die mit dieser schwierigen Erkrankung leben, zu verbessern.
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