Hilft Nikotin beim Lernen?14. Oktober 2019 Foto: ©DKcomposing – stock.adobe.com Nikotin regt Nervenzellen an und steigert zumindest kurzfristig Prozesse der Wahrnehmung, Aufmerksamkeit und Gedächtnisbildung. Vor allem letzteres ist für die Forschung interessant und wird nun in einem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Projekt am Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund (IfADo) genauer beleuchtet. Dr. Min-Fang Kuo wird mit ihrem Team in den kommenden drei Jahren den Einfluss von Nikotin auf die Gehirnaktivität untersuchen. Die Neurowissenschaftlerin wird dabei erforschen, wie Neuroplastizität und kognitive Funktionen bei Teilnehmenden unterschiedlichen Alters mit und ohne Nikotinabhängigkeit beeinflusst werden, wenn Nikotinrezeptoren aktiviert werden. Insgesamt sollen knapp 90 Personen untersucht werden, die den Wirkstoff Varenicline erhalten. Dieser aktiviert die nikotinischen Rezeptoren und wird therapeutisch zur Raucherentwöhnung eingesetzt. Bei der Untersuchung kommen zwei Methoden zum Einsatz: Nicht invasive Hirnstimulation und Elektroenzephalographie (EEG). Neuroplastizität wird dabei sowohl durch eine Lernaufgabe angeregt als auch durch die elektrischen Impulse der nicht invasiven Hirnstimulation. Parallel zu der Lernaufgabe wird mittels EEG erfasst, welche Bereiche im Gehirn gleichzeitig aktiv sind und wie schnell diese arbeiten. Für die Auswertung wird der Zusammenhang zwischen Gehirnaktivität und den Reaktionen auf die Lernaufgabe untersucht. Hierbei wird eine Rolle spielen, inwiefern sich Raucher und Nichtraucher bzw. jüngere und ältere Probanden voneinander unterscheiden.Daraus erhofft sich die Forscherin Erkenntnisse darüber, wie sich Alterungsprozesse des Gehirns kompensieren lassen und inwiefern nikotinhaltige oder ähnlich wirkende Medikamente bei der Behandlung von Demenz sinnvoll sein können. „Das heißt nicht, dass Rauchen gesund ist. Das Nikotin einer Zigarette regt das Gehirn nur kurzfristig an, hat aber in Kombination mit den anderen Inhaltsstoffen des Tabaks langfristig immense negative Folgen“, sagt Kuo. Tatsächlich ist die Leistung des Gehirns zumindest kurzfristig geringer, wenn jemand mit dem Rauchen aufgehört hat. Wie lange sich dieser Effekt hält, muss in folgenden Studien untersucht werden.
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