Hochdosiertes Vitamin D in der Schwangerschaft mit besserem Gedächtnis der Kinder assoziiert6. August 2026 Symbolbild © Тетяна Немировська/stock.adobe.com Eine randomisierte Studie untersuchte erstmals den langfristigen Zusammenhang zwischen einer hochdosierten Vitamin-D-Supplementierung in der Schwangerschaft und der kognitiven Entwicklung der Kinder: Im Alter von zehn Jahren zeigten sich insbesondere beim verbalen und visuellen Gedächtnis positive Assoziationen. Beobachtungsstudien hatten bereits darauf hingewiesen, dass der Vitamin-D-Status während der Schwangerschaft mit der kognitiven Entwicklung des Kindes zusammenhängen könnte. Ob eine hochdosierte Vitamin-D-Supplementierung in der Schwangerschaft die kognitive Entwicklung bis ins Schulalter verbessert, wurde bislang jedoch nicht in einer randomisierten kontrollierten Studie untersucht. Eine nun veröffentlichte Post-hoc-Analyse der placebokontrollierten, randomisierten „Copenhagen Prospective Studies on Asthma in Childhood 2010“ (COPSAC2010) untersuchte den Zusammenhang zwischen einer hochdosierten Vitamin-D-Supplementierung während der Schwangerschaft und der kognitiven Leistungsfähigkeit der Kinder im Alter von zehn Jahren. Vorteile vor allem für das verbale und visuelle Gedächtnis In die ursprüngliche Studie waren 700 Mutter-Kind-Paare aus Dänemark eingeschlossen worden, von denen 623 randomisiert wurden. Ausschlusskriterien waren unter anderem eine tägliche Vitamin-D-Zufuhr von mehr als 600 I.E., endokrine Erkrankungen sowie Nieren- oder Herzerkrankungen. Für die Nachuntersuchung im Alter von zehn Jahren wurden Kinder ausgeschlossen, die vor der 28. Schwangerschaftswoche geboren worden waren oder ein Geburtsgewicht unter 1500 Gramm aufgewiesen hatten. Die Schwangeren erhielten ab der 24. Schwangerschaftswoche bis eine Woche nach der Entbindung entweder eine hochdosierte Vitamin-D-Supplementierung mit 2.800 I.E. täglich oder die Standarddosis von 400 I.E. täglich. Insgesamt nahmen 498 Kinder (mittleres Alter 10,3 Jahre; 51,8 % Jungen) an der kognitiven Nachuntersuchung teil. Davon waren 247 Kinder pränatal der hochdosierten und 251 der Standarddosis ausgesetzt gewesen. Die kognitive Leistungsfähigkeit wurde anhand einer umfassenden neuropsychologischen Testbatterie beurteilt, die insgesamt elf kognitive Funktionen erfasste. Nach Adjustierung für Störfaktoren war die hochdosierte Vitamin-D-Supplementierung mit einer besseren Leistung im verbalen Gedächtnis (β = 0,17 Standardabweichungen; 95%-KI 0,03–0,32; p = 0,02) sowie im visuellen Gedächtnis (β = 0,24; 95%-KI 0,06–0,42; p = 0,01) assoziiert. Auch für die kognitive Flexibilität beziehungsweise Fähigkeit zum Aufgabenwechsel (Set Shifting) zeigte sich zunächst ein positiver Zusammenhang (β = 0,19; 95%-KI 0,01–0,37; p = 0,04). Dieser blieb nach Korrektur für multiples Testen jedoch nicht statistisch signifikant. Zusammenhang mit der kognitiven Entwicklung Die Autoren schlussfolgern, dass eine hochdosierte Vitamin-D-Supplementierung während der Schwangerschaft mit einer besseren Leistung im verbalen und visuellen Gedächtnis der Kinder im Alter von zehn Jahren assoziiert ist. Die Ergebnisse stützen damit die Evidenz für einen Zusammenhang zwischen der pränatalen Vitamin-D-Exposition und der kognitiven Entwicklung im Kindesalter. (lj/BIERMANN) Das könnte Sie ebenfalls interessieren: Sterolbiosynthese-hemmende Medikamente in der Schwangerschaft könnten die Gehirnentwicklung beeinträchtigen
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