Hochrisiko-Prostatakrebs ohne Metastasen: Testosteron als Biomarker für Docetaxel-Zusatz31. August 2026 Docetaxel ja oder nein? Patienten mit nicht metastasiertem Hochrisiko-Prostatakrebs und normalem Testosteron-Wert könnten davon profitieren. Symbolbild: Alexey Novikov – stock.adobe.com Der Testosteron-Wert kann bei ansonsten gesunden Patienten mit nicht metastasiertem Hochrisiko-Prostatakrebs als Biomarker für die Frage dienen, ob Docetaxel zusätzlich zu einer Strahlentherapie (RT) und Androgendeprivationstherapie (ADT) verabreicht werden sollte. Wie US-Wissenschaftler herausgefunden haben, ist bei einem niedrigen Testosteron-Wert nicht von einem verringerten Mortalitätsrisiko durch zusätzliches Docetaxel auszugehen, bei einem normalen Testosteron-Spiegel hingegen schon. Über dieses Ergebnis berichten Dr. Johnathan Zeng vom Dana-Farber Cancer Institute in Boston (USA) und seine Kollegen im Fachjournal „Cancer“. Sie hatten sich mit dieser Frage befasst, da ein Prostatakarzinom bei Patienten mit niedrigem Testosteronspiegel häufig aggressiver ist und schlechter auf eine ADT anspricht. Analyse zweier randomisierter Studien Als Grundlage für ihre Analyse dienten zwei randomisierte Studien, in denen bei Patienten mit T1c–4N0M0-Prostatakarzinom die Dreifachkombination Docetaxel + RT + ADT der Zweierkombination aus RT und ADT gegenübergestellt wurde. Die Entdeckungskohorte (medianes Alter 65 Jahre; Nachbeobachtung 10,4 Jahre) bestand aus 255 Patienten mit minimalen oder keinen Begleiterkrankungen. 563 Patienten mit einem ECOG-Status von 0 oder 1 bildeten die Validierungskohorte (medianes Alter 66 Jahre; Nachbeobachtung 10,6 Jahre). Das Risiko für die Gesamtmortalität (all-cause mortality, ACM) berechneten die Autoren per multivariater Cox-Regression mit Berücksichtigung der Interaktion zwischen Behandlungsarm und Testosterongruppe (normal oder niedrig). Dabei adjustierten sie nach Alter, T-Kategorie, Gleason-Score, PSA-Wert (prostataspezifisches Antigen), Anteil positiver Biopsie-Stanzen und Performance-Status. Interaktion zwischen Behandlung und Testosterongruppe Wie ihre Auswertung ergab, ging die Randomisierung in die Experimentalgruppe (RT, ADT und Docetaxel) bei Patienten mit normalem Testosteronspiegel – nicht jedoch bei jenem mit einem niedrigen Spiegel – mit einer signifikanten Verringerung des ACM-Risikos einher. Dabei konnten die Autoren sowohl in der Entdeckungs- (p=0,048) als auch in der Validierungskohorte (p=0,042) eine signifikante Interaktion zwischen Behandlung und Testosterongruppe beobachten. Außerdem stellten sie fest, dass innerhalb der Gruppe mit normalem Testosteronspiegel in beiden Kohorten v.a. Patienten mit einem PSA-Wert >20 ng/ml, einem T3/4-Tumorstadium oder einem Gleason-Score von 9/10 von Docetaxel profitierten. (sf/ms/BIERMANN) Das könnte Sie ebenfalls interessieren: Erfolg mit individualisierter Radioligandentherapie bei fortgeschrittenem mCRPC Prostatakrebs: STAMPEDE-Analyse zeigt Einfluss von Metastasierungsvolumen und Nodalstatus
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