Höchster deutscher Forschungspreis geht nach Freiburg9. Dezember 2019 Prof. Marco Prinz (© Britt Schilling/Universitätsklinikum Freiburg) Der Neuropathologe Prof. Marco Prinz vom Universitätsklinikum Freiburg der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg wird mit dem Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft ausgezeichnet. Der bedeutendste Forschungspreis in Deutschland ist mit 2,5 Millionen Euro dotiert. Prof. Marco Prinz, Ärztlicher Direktor des Instituts für Neuropathologie am Universitätsklinikum Freiburg, wird als einer von zehn Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern mit dem Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis 2020 ausgezeichnet. Das hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) mitgeteilt. Prinz wird für seine herausragenden Arbeiten auf dem Gebiet der Neuroimmunologie geehrt, die zu einem grundlegend neuen Verständnis der Immunantwort im Gehirn geführt haben. In der Begründung der DFG heißt es, seine Entdeckungen haben das bisherige Bild einer überaus heterogenen Population von Immunzellen im Gehirn in Richtung distinkter Zelltypen und Signalwege präzisiert. Seine Forschung weise den Weg zu neuen Behandlungsmöglichkeiten entzündlicher und neurodegenerativer Erkrankungen im Zentralnervensystem. So werden insbesondere die von Prinz erforschten Mikroglia-Zellen mit der Entstehung von Krankheiten wie Alzheimer und Depression in Verbindung gebracht. Auch bei der Therapie von Hirntumoren könnten sie künftig eine zentrale Rolle spielen. Die mit jeweils 2,5 Millionen Euro dotierte Auszeichnung gilt als wichtigster Forschungsförderpreis in Deutschland. „Diese Auszeichnung ist eine große Ehre für mich. Aber klar ist auch, dass Forschungsarbeit immer Teamarbeit ist“, sagte Prinz. „Als ich den entscheidenden Anruf erhielt, hatte ich erst einmal weiche Knie“, gesteht der Freiburger Neuropathologe. „Der Preis hilft, die Forschung im Bereich Neuroimmunologie auf international höchstem Niveau am Standort Freiburg weiter voranzubringen“, so der Preisträger. Prinz ist seit 2008 Ärztlicher Direktor des Instituts für Neuropathologie am Universitätsklinikum Freiburg. 2018 wurde er mit dem Ernst-Jung-Preis für Medizin ausgezeichnet. Der gebürtige Cottbuser erhielt 2015 die renommierte Reinhart-Koselleck-Förderung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) für besonders innovative Projekte. „Mit dem Leibniz-Preis werden zehn Jahre hochkarätiger Forschung von Professor Prinz am Universitätsklinikum Freiburg gekrönt. Professor Prinz steht für eine moderne, fächerübergreifende Forschung, die universitäre und außeruniversitäre Partner einbindet“, sagte Prof. Norbert Südkamp, Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Freiburg. Zahlreiche Originalpublikationen Seit Januar 2017 ist Prinz Sprecher des mit 10,9 Millionen Euro geförderten Sonderforschungsbereichs/Transregios 167 „NeuroMac“, der sich mit Entwicklung, Funktion und Potenzial von Mikroglia-Zellen im zentralen Nervensystem befasst. Prinz war bereits an weit mehr als 200 wissenschaftlichen Originalpublikationen beteiligt, viele davon in hochrangigen Fachzeitschriften. „Der Preis gibt uns eine große Freiheit, unsere Forschungsansätze weiterzuführen, um die so gewonnenen präklinischen Daten effizient in der Klinik umzusetzen“, sagte Prinz. Der Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis ist der wichtigste Forschungsförderpreis in Deutschland. Mit ihm werden qualitativ herausragende Forscherinnen und Forscher ausgezeichnet, die gemessen an dem Stadium ihres wissenschaftlichen Werdegangs exzellente grundlegende Leistungen in ihren Forschungsgebieten im internationalen und nationalen Rahmen erbracht haben. Von den Preisträgern wird erwartet, dass sie durch weitere wissenschaftliche Spitzenleistungen die Forschungslandschaft in Deutschland nachhaltig prägen werden. Ziel des Leibniz-Programms, das 1985 eingerichtet wurde, ist es, die Arbeitsbedingungen herausragender Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu verbessern, ihre Forschungsmöglichkeiten zu erweitern, sie von administrativem Arbeitsaufwand zu entlasten und ihnen die Beschäftigung besonders qualifizierter jüngerer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu erleichtern.
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