Höherer Blutdruck mit niedrigerem Demenzrisiko assoziiert

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Eine internationale Arbeitsgruppe führte eine Analyse von 7 prospektiven, beobachtenden, bevölkerungsbasierten Kohortenstudien mit insgesamt 17.286 Studienteilnehmern in einem Ausgangsalter von 74,5 ±7,3 Jahren durch, um den Zusammenhang zwischen systolischem Blutdruck (SBP) im Alter und einem möglichen Demenzrisiko zu untersuchen.

Die Teilnehmer hatten zu Studienbeginn keine Demenzdiagnose aber Daten zum SBP- und/oder diastolischen Blutdruck sowie einen Demenzstatus in der Nachbeobachtung. Zur statistischen Analyse verwendeten die Studienautoren um den Niederländer Jan Willem van Dalen vom Radboud University Medical Centre in Nijmegen, Nierlande, Cox-Proportional-Hazard-Regressionsmodelle. Rund 60% der Studienteilnehmer waren weiblich.

Im Ergebnis war das Demenzrisiko bei Personen mit höherem SBP insgesamt geringer, wobei das niedrigste Risiko mit einem SBP von etwa 185 mmHg (95%-KI 161–230; p=0,001) verbunden war. Stratifiziert nach sich überschneidenden 10-Jahres-Ausgangsaltersgruppen wurde das niedrigste Demenzrisiko bei etwas niedrigeren SBPs bei Personen >75 Jahre beobachtet, nämlich bei SBPs zwischen 158 (95%-KI 152–178) und 170 mmHg (95%-KI 160–260).

Für die Sterblichkeit ergab sich den Autoren zufolge ein klarer U-förmiger Zusammenhang mit dem geringsten Risiko bei 160 mmHg (95%-KI 154–181; p<0,001). Diese U-Form trat in allen Altersgruppen auf, wobei das niedrigste Demenzrisiko mit einem SBP von 134 mmHg (95%-KI 102–149; p=0,03) bei den 60- bis 70-Jährigen assoziiert war und in den Altersgruppen zwischen 70 und 95 Jahren auf 155 mmHg (95%-KI 150–166; p<0,001) und 166 mmHg (95%-KI 154–260; p=0,02) anstieg.

Die kombinierten Risikokurven für Demenz und Sterblichkeit ähnelten denen für die Sterblichkeit. Die Assoziationen des diastolischen Blutdrucks mit dem Demenzrisiko waren im Allgemeinen ähnlich, aber weniger deutlich.

Fazit
Anhand der Analyse entdeckte die Arbeitsgruppe, dass ein höherer systolischer Blutdruck (SBP) im Alter mit einem niedrigen Demenzrisiko assoziiert ist. Ein U-förmiger Zusammenhang trat nur in der Altersgruppe >75 Jahre auf. Zudem waren die Zusammenhänge nicht auf ein längeres Überleben bei niedrigerem SBP zurückzuführen. Zusammenfassend deuten die Ergebnisse darauf hin, dass die SBP-Werte, die mit dem geringsten Demenzrisiko verbunden sind, je nach Altersgruppe unterschiedlich sein können. Dies rechtfertigt nach Ansicht der Autoren weitere Studien zu personalisierten Blutdruckzielen, die die individuelle Lebenserwartung und den gesundheitlichen Kontext berücksichtigen. (ah)

Autoren: van Dalem JW et al.
Korrespondenz: Jan Willem van Dalem; [email protected]
Studie: Association of Systolic Blood Pressure With Dementia Risk and the Role of Age, U-Shaped Associations, and Mortality
Quelle: JAMA Intern Med 2022;182(2):142–152.
Web: https://doi.org/10.1001/jamainternmed.2021.7009