Hoffnung für Hirntumorpatienten durch neue Impfstoffe11. November 2024 Prof. Michael Platten ist einer von zehn Gewinnern in der Kategorie Life Sciences und letztendlich Preisträger des Breakthrough of the Year 2024 in Life Sciences. (Foto: Universitätsmedizin Mannheim) Prof. Michael Platten ist Preisträger des „Breakthrough of the Year 2024“ der Falling Walls Foundation in der Kategorie Life Sciences. Die Forschung von Prof. Michael Platten hat ein großes Ziel: Er will die Heilung einer der tödlichsten Formen von Hirntumoren vorantreiben, der Gliome. Mit seinen Arbeiten hat der Krebsforscher gezeigt, dass das Immunsystem der Betroffenen mithilfe neuartiger Impfstoffe gegen diese Krebsform mobilisiert werden kann. Die körpereigene Abwehr ist dann in der Lage, sehr präzise gegen veränderte Proteine vorzugehen, die das Tumorwachstum antreiben. Für seine bahnbrechenden Erkenntnisse ist Platten am 9. November 2024 in Berlin mit dem „Breakthrough of the Year 2024“ der Falling Wall Foundation ausgezeichnet. Platten ist Direktor der Neurologischen Klinik an der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) und Leiter der Klinischen Kooperationseinheit Neuroimmunologie und Hirntumorimmunologie am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ). Seit Oktober ist Platten außerdem Präsident der European Association of Neuro-Oncology (EANO). Seine Verankerung im klinischen Alltag ist ein wesentlicher Baustein für Plattens wissenschaftliche Erfolge: „Meine Inspiration stammt vor allem von den Patienten, die tagtäglich mit dieser verheerenden Krankheit kämpfen“, erklärt Platten. Für ihn sei es von zentraler Bedeutung, dass Wissenschaftler Lösungen entwickeln, die echte, greifbare Verbesserungen im Leben der Menschen bringen, so der Krebsforscher weiter. Breaking the Wall of Brain Tumor Vaccines Dass seine Idee funktioniert, das Immunsystem mithilfe von Impfstoffen gegen Tumorzellen zu aktivieren, haben klinische Studien bereits bestätigt. In ihnen erwiesen sich die Impfstoffe als sicher und wirksam. Der Nachweis, dass sein Impfstoff eine gezielte Immunreaktion im Hirntumor eines Patienten auslösen kann, das sei für ihn ein bahnbrechender Moment gewesen, berichtet Platten. Das Besondere an Plattens Erkenntnissen ist die Präzision, mit der das Immunsystem nach der Aktivierung durch die neuartigen Impfstoffe gegen Krebszellen vorgehen kann: Es erkennt winzige Unterschiede zwischen normalen Proteinen und solchen, in deren Bauplan krebsverursachende Mutationen stecken. Sein Team hat herausgefunden, dass besonders die sogenannte IDH1-Mutation in vielen Gliomen eine Schlüsselrolle spielt. Diese Mutation tritt in fast 70 Prozent der niedriggradigen, also langsam wachsenden Gliome auf. Die von Platten entwickelte Immuntherapie zielt genau auf diese IDH1-Mutation ab, um eine breite und effektive Immunantwort zu erzeugen, die alle Tumorzellen erfasst – selbst wenn sie sich genetisch voneinander unterscheiden. Krebszellen lassen sich so ganz spezifisch ausschalten. Anwendung nicht nur gegen Hirntumore Mithilfe moderner bioinformatischer und molekularbiologischer Werkzeuge hat sein Team spezifische zelluläre Immuntherapien entwickelt, die nicht nur gegen Hirntumore, sondern möglicherweise auch gegen andere Krebsarten eingesetzt werden sollen. Die Idee dahinter ist, dass die identifizierten Mutationen in allen Tumorzellen eines Patienten vorhanden sind, was entscheidend für die Wirksamkeit der Impfstoffe ist. Platten will mit seiner Forschung auch die nächste Generation von Wissenschaftlern inspirieren. Sein Rat an junge Forscher lautet: „Seid mutig, stellt Fragen, arbeitet im Team und teilt euer Wissen. Und wenn nötig, scheut euch nicht davor, ganz neue Forschungsfelder zu betreten.“
Mehr erfahren zu: "Ärztetag beschließt umfassende Änderungen der ärztlichen Weiterbildung" Ärztetag beschließt umfassende Änderungen der ärztlichen Weiterbildung Der 130. Deutsche Ärztetag in Hannover hat umfangreiche Änderungen der ärztlichen Weiterbildung verabschiedet. Zentral ist dabei die Abkehr von Methoden- und Handlungskompetenzen hin zu definierten Rollen und Haltungen gemäß einem […]
Mehr erfahren zu: "Wie LSD bei Depressionen helfen könnte" Wie LSD bei Depressionen helfen könnte Forschende wiesen nach, dass zwei moderate bis hohe Dosen LSD mit einer erhöhten Integrität der weißen Substanz in Hirnarealen einhergehen, die typischerweise bei Depressionen Beeinträchtigungen aufweisen.
Mehr erfahren zu: "Ärztetag fordert mehr Schutz von Patientendaten" Ärztetag fordert mehr Schutz von Patientendaten Der 130. Deutsche Ärztetag lehnt das Vorhaben der Bundesregierung ab, Krankenkassen die Aufgaben zu übertragen, Daten ihrer Versicherten individuell auszuwerten. Dies betrifft auch die elektronische Patientenakte.