Hohe Rate benigner Befunde nach partieller Nephrektomie

Nieren, Symbolbild
Ob nach der partiellen Nephrektomie ein benigner Befund herauskommt, ist auch mit dem Bildgebungsverfahren korreliert. Symbolbild: Spectral-Design – Fotolia.com

Eine aktuelle Kohortenstudie aus den USA zeigt, dass durchgängig etwa 30 Prozent der partiellen Nephrektomien benigne Befunde ergaben – also nicht unbedingt hätten erfolgen müssen. Ein Faktor, der damit korreliert war, war die ausschließliche Verwendung der Computertomographie (CT) für die präoperative Bildgebung.

Die Autoren aus Kalifornien und Südkorea untersuchten die Daten von 18.060 Patienten, die zwischen 2007 und 2014 eine partielle Nephrektomie erhalten hatten. Das Durchschnittsalter betrug 57 Jahre (SD: 12); 58,9 Prozent waren Männer, und 41,1 Prozent waren Frauen. Die Gesamtprävalenz benigner Befunde über den Studienzeitraum betrug 30,9 Prozent. In fast jedem Jahr lag die Prävalenz über 30 Prozent.

In der univariaten Analyse waren Magnetresonanztomographie und Nierenbiopsie mit benigner Pathologie nach partieller Nephrektomie assoziiert (p=0,02 bzw. p<0,001). In der multivariaten Analyse waren dies die Faktoren weibliches Geschlecht (OR 0,62; 95%-KI 0,58–0,66; p<0,001), Alter über 65 Jahre (OR 0,99; 95%-KI, 0,99–0,99; p<0,001) und CT als einziges präoperative Bildgebungsverfahren (OR 1,16; 95%-KI, 1,05–1,28; p=0,004).

„Die Prävalenz benigner pathologischer Befunde nach partieller Nephrektomie ist hoch, und um unnötige Operationen von Nierentumoren zu vermeiden, müssen die Ärzte mehr auf mögliche Risikofaktoren achten, insbesondere auf die radiologischen Methoden“, fordern die Autoren.

(ms)

 

Publikation:

Kim JH, Li S, Khandwala Y et al. 

Association of Prevalence of Benign Pathologic Findings After Partial Nephrectomy With Preoperative Imaging atterns in the United States From 2007 to 2014. JAMA Surg 2018 Dec 5