Hoher Anteil Neuerkrankter unter Neupatienten14. September 2022 Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi): Anteil neu erkrankter Patient:innen an allen Neupatient:innen im 4. Quartal 2021 (differenziert nach Fachrichtungen). Wie Analysen des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi) zeigen, profitieren Neuerkrankte besonders von der Neupatientenregelung. Je Fachrichtung ist der Anteil Neuerkrankter unter den neuen Patienten unterschiedlich hoch. Vorherige Analysen des Zi haben gezeigt, dass im vierten Quartal 2021 rund 20 Millionen Gesetzlich Krankenversicherte als Neupatientinnen bzw. -patienten in einer Vertragsarztpraxis behandelt worden sind. Als Neupatient:innen gelten gesetzlich Versicherte, die mindestens zwei Jahre (acht Quartale) lang nicht in Behandlung der jeweiligen Praxis waren. In einer weiteren Untersuchung ist das Zi der Frage nachgegangen, für welche Patient:innen und welche Praxen die Neupatientenregelung besonders wichtig sein könnte. Neben einer Verschlechterung des Krankheitsverlaufs, die eine zusätzliche Diagnostik oder Behandlung erforderlich machen kann, steht dabei insbesondere die Gruppe der Patient:innen im Fokus, die wegen einer neu diagnostizierten Krankheit als Neupatient:innen versorgt worden sind. Das Zi kommt zu dem Ergebnis, dass es sich bei 82 Prozent aller neu Versorgten um neu erkrankte Patientinnen und Patienten handelt. Je nach Fachrichtung der Praxen ergeben sich aufgrund des unterschiedlichen Behandlungsspektrums auch unterschiedliche Anteile an Neuerkrankten unter den Neupatientinnen und -patienten. So beträgt deren Anteil in der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde 88 Prozent (Maximum), in der Anästhesiologie 64 Prozent (Minimum). Weitergehende Analysen lassen es zu, auch einzelne Behandlungsursachen zu untersuchen. In der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde sind von insgesamt 1,9 Millionen Neupatientinnen und -patienten jeder bzw. jede Dritte aufgrund von Krankheiten des äußeren Ohrs behandelt worden. Von diesen Personen waren wiederum 76 Prozent Neuerkrankte. Bei den Dermatologen dominieren die gutartigen Neubildungen unter den Erkrankungen der Neupatientinnen und -patienten. Bei rund 630.000 der insgesamt 1,7 Millionen Neupatientinnen und -patienten der Dermatologen (38 Prozent) ist diese Diagnose im Rahmen der Neupatientenversorgung gestellt worden. Bei 76 Prozent der Erkrankten handelte es sich um Neuerkrankte. Dass die Neupatientenregelung auch den Start in einen längeren Behandlungsprozess einleitet, zeigen die Ergebnisse für die Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten (KJPT). Von den insgesamt rund 58.000 Neupatientinnen und -patienten der KJPT erhielten mehr als 18.000 Kinder, also etwa jedes dritte Kind, die Diagnose einer Verhaltens- und emotionalen Störung. 60 Prozent dieser Kinder waren Neuerkrankte. „Die Ergebnisse zeigen sehr eindrücklich, welche Gruppen von Patientinnen und Patienten in den Praxen der einzelnen Fachrichtungen von der Neupatientenregelung begünstigt werden: Es sind vor allem Neuerkranke, die eine zeitnahe medizinische Behandlung benötigen. Eine Abschaffung der Regelung kann nicht im Interesse der ärztlichen Versorgung dieser Patientengruppe liegen,“ sagte der Zi-Vorstandsvorsitzende Dr. Dominik von Stillfried.
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