Hohes Arrhythmie-Risiko: Anhebung des Kaliumspiegels reduziert Risiko für klinische Ereignisse und Tod

Eine Anhebung des Kaliumspiegels in den oberen Normalbereich scheint bei Patienten mit implantiertem Cardioverter-Defibrillator sinnvoll zu sein. (Symbolfoto: ©alfaolga/stock.adobe.com)

Schon ein niedrignormaler Kaliumspiegel erhöht das Arrhythmie-Risiko. Eine Studie zeigt: Bei ICD-Patienten senkt eine gezielte Anhebung in den oberen Normalbereich Schocks, Hospitalisierungen und Sterblichkeit.

Kalium spielt eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Arrhythmien. So erhöht bereits ein Plasmakaliumwert im unteren Normal­bereich das Risiko für ventri­kuläre Arrhythmien (VA) bei Patienten mit kardiovaskulären Erkrankungen.

Bei jenen Herzkranken, die aufgrund eines hohen VA-Risikos bereits über einen implantierbaren Cardioverter-Defibrillator (ICD) verfügen, scheint die aktive Anhebung des Kaliumspiegels in den hohen Normalbereich einen Vorteil zu bieten. In der randomisierten Studie POTCAST war dieses Vorgehen mit einer geringeren Notwendigkeit eines ICD-Schocks, selteneren ungeplanten Krankenhauseinweisungen wegen Arrhythmien oder Herzinsuffizienz sowie einer niedrigeren Gesamtsterblichkeit (zusammengesetzter primärer Endpunkt) verbunden als die Standardversorgung.

Kaliumsteigerung durch Ernährung, Supplementierung und gezielte Medikation

Die in Dänemark durchgeführte, multizentrische, offene, ereignis­getriebene Überlegenheitsstudie inkludierte 1200 Patienten mit ICD, deren Plasmakalium zu Studien­beginn maximal 4,3 mmol/l betrug. Jeweils die Hälfte der Studien­teilnehmer wurde entweder zur Standardversorgung oder zu einer kaliumsteigernden Strategie randomisiert, mit der ein Plasmakaliumwert von 4,5–5,0 mmol/l angestrebt wurde. Dazu wurde neben einer Ernährungsberatung auch auf Kalium­supplementierung und/oder Mineralocorticoid-Rezeptorantagonisten gesetzt.

Weniger Ereignisse bei höheren Kaliumwerten

Die Nachbeobachtung betrug im Median 39,6 Monate (IQR 26,4–49,3). Ein primäres Endpunktereignis trat in einer Analyse der Zeit bis zum ersten Ereignis bei 136 Patienten (22,7 %) in der Gruppe mit Kalium­werten im oberen Normal­bereich im Vergleich zu 175 Patienten (29,2 %) in der Gruppe mit Standardversorgung auf (7,3 vs. 9,6 Ereignisse/100 Personenjahre; HR 0,76; 95 %-KI 0,61–0,95; p=0,01). Die Rate an Hospitalisierungen wegen Hypo- oder Hyperkaliämie unterschied sich nicht wesentlich zwischen den Gruppen.

(ah/BIERMANN)