DGIM: Präventionsoffensive des BMG nach Kabinettsumbildung zügig fortsetzen

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Prävention muss sich konsequent an medizinischer Evidenz ausrichten. Nachdem das Bundesgesundheitsministerium in der vergangenen Woche eine Präventionsoffensive eingeleitet hat, betont die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM), dass dieses Thema auch unter neuer Leitung konsequent fortgeführt werden muss.

Die Präventionsoffensive des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) verfolgt einen breiten Ansatz: Sie beginnt bei Kindern und Jugendlichen, setzt sich in der Arbeitswelt und beim gesunden Altern fort und versucht, die Gesundheitskompetenz zu stärken, um Volkskrankheiten bestmöglich zu verhindern. Dazu sollten Aufklärung und Lebensstil-Appelle durch frühzeitige Risikoerkennung, bei der die Ärzteschaft eine entscheidende Rolle spiele, ergänzt werden.

Prävention sollte für BMG Priorität haben

„Dieser Ansatz, den Nina Warken der Präventionsoffensive zugrunde gelegt hat, ist richtig, da er sowohl die Verantwortung des Einzelnen als auch die Verhältnisprävention adressiert“, erklärt Prof. Ursula Müller-Werdan, Vorsitzende der DGIM und Klinikdirektorin der Klinik für Geriatrie und Altersmedizin an der Charité – Universitätsmedizin Berlin. „Auch für den neuen Bundesgesundheitsminister muss Prävention eine Priorität sein, um vermeidbare Erkrankungen zu verhindern und so das Solidarsystem wie auch die Krankenhäuser und Praxen zu entlasten“, so die Berliner Expertin.

Internist:innen sehen täglich in Praxis und Klinik, wie viele Erkrankungen und damit menschliches Leid sich durch eine gezielte Prävention vermeiden ließen. „Die Innere Medizin kann in besonderem Maße dazu beitragen, Nutzen, Grenzen und Prioritäten bestimmter Präventionswerkzeuge fachlich einzuordnen“, so Müller-Werdan.

Tabak- und Zuckersteuer als Teil einer Gesamtstrategie

Die DGIM begrüßt, dass das BMG sich mit der angekündigten Erhöhung der Tabaksteuer oder der Süßgetränke-Herstellerabgabe auch unbequemer Themen angenommen hat. „Für Verbraucher:innen muss es einfacher sein, einen gesunden Lebensstil zu führen. Ungesunde und gesundheitsschädliche Lebens- und Konsummittel teurer zu machen, ist dabei ein sinnvoller Ansatz“, so auch der Internist und Kardiologe Prof. Georg Ertl, Generalsekretär der DGIM.

Solche Einzelmaßnahmen sollten jedoch Teil einer Gesamtstrategie mit klaren Prioritäten und überprüfbaren Wirkungen sein. „Die Innere Medizin ist besonders geeignet, die Präventionsstrategie mitzugestalten, da sie die großen Präventionsfelder von Herz-Kreislauf-Erkrankungen über Diabetes, Adipositas, Lungen-, Leber- und Nierenerkrankungen bis hin zu Infektions- und Krebserkrankungen zusammenführt“, sagt Ertl.

Bereits Anfang des Jahres hat die DGIM gemeinsam mit den internistischen Schwerpunktgesellschaften zusammengetragen, welche Präventionsmaßnahmen wissenschaftlich gut begründet sind und wo die Datenlage noch nicht ausreicht. Die Ergebnisse, erschienen als Sonderheft der Fachzeitschrift Die Innere Medizin, hat die Fachgesellschaft dem BMG bereits zur Verfügung gestellt. „Die Wirksamkeit der Präventionsstrategie wird stark davon abhängen, die richtigen – das heißt, wissenschaftlich fundierten – Maßnahmen und Ziele festzulegen“, betont Ertl.