Honig stärkt Abwehrmechanismen der Hautzellen3. August 2026 Symbolbild: © fichtelsonne – stock.adobe.com Honig zeigt in Zellkulturen protektive Effekte auf humane Hautzellen: Er stärkt antioxidative Abwehrmechanismen, moduliert Stressantworten und könnte einer UV-induzierten Hautalterung entgegenwirken. Honig ist für seine antibakteriellen Eigenschaften bekannt. Sterile honigbasierte Medizinprodukte existieren bereits in Form von Wundauflagen, Gelen und Salben für Verbrennungen und Wunden. „Mich hat stets interessiert, dass bestimmte Honige, wie Manuka-Honig, in medizinischen Anwendungen eingesetzt werden“, sagt Dr. Fikriye Fulya Kavak, Mitglied der Forschungsgruppe von Prof. Margherita Maioli an der Universität Sassari (Italien). „Dies führte mich zu der Frage, ob hochwertiger multifloraler Honig ebenfalls messbare protektive Effekte auf humane Hautzellen zeigen kann.“ Untersuchung in Zellkulturen Die Forschenden untersuchten, ob Honig Hautzellen vor UV-Schäden schützen, die Zellregeneration fördern und Hautalterung verhindern kann. Zudem interessierten sie sich für die daran beteiligten molekularen und genetischen Mechanismen. Dafür etablierten sie zunächst Kulturen der Zellen, einschließlich epidermaler Stammzellen, Fibroblasten und Keratinozyten. Um das physiologische Hautmilieu zu simulieren, wurden die Zellen in einem kontinuierlich durchströmten Bioreaktorsystem kultiviert. Vor der Exposition gegenüber UV-Strahlung behandelten die Forschenden einige der Zellen für 48 Stunden mit multifloralem Honig. Anschließend bewerteten sie, wie behandelte und unbehandelte Zellen auf UV-induzierten Stress reagieren. Mittels quantitativer Echtzeit-PCR analysierten sie die Expression ausgewählter Gene, die mit zellulärer Alterung, Stressantwort und Geweberegeneration assoziiert sind. Honig unterstützt zelluläre Schutzmechanismen Ihre Ergebnisse in „Antioxidants“ zeigen, dass eine Vorbehandlung mit Honig eine protektive und regulatorische Antwort gegen UV-induzierten Stress sowohl in epidermalen Stammzellen als auch in Fibroblasten unterstützt. „In epidermalen Stammzellen erhöhte Honig die Expression von Stammzellmarkern, während die Expression altersassoziierter Gene reduziert wurde“, so Kavak. In diesen Zellen reduzierte die Honigbehandlung zudem die Freisetzung von Stickstoffmonoxid und erhöhte die antioxidative Kapazität, was darauf hindeutet, dass sie antioxidative Abwehrmechanismen unter UV-induzierten Stressbedingungen unterstützt. Studien zum Proteom und mit Probanden sollen folgen Aus der genetischen Analyse ergab sich, dass die Honigbehandlung die Regulation von Zellproliferations- und Regenerationssignalen unterstützt und die Expression zellschützender Stressgene erhöht. „Besonders interessant war, dass Honig den Zellen offenbar hilft, nach UV-Stress ein gesünderes Gleichgewicht zu finden“, erklärt Kavak. „Anstatt die Zellen in eine überschießende Reparaturreaktion zu treiben, schien er protektive Mechanismen zu unterstützen und gleichzeitig regenerationsbezogene Signale unter Kontrolle zu halten.“ Derzeit arbeiten die Forschenden an Validierungsstudien auf Proteinebene, um zu bestätigen, ob die auf mRNA-Ebene beobachteten molekularen Veränderungen sich auch auf Proteinebene widerspiegeln. Da die Studie in zellbasierten experimentellen Modellen und nicht am Menschen durchgeführt wurde, sind weitere Studien erforderlich, bevor praktische Empfehlungen gegeben werden können, so der Hinweis von Kavak. (ins)
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