Hospitalisierte COVID-19-Patienten: Eingeschränkte Herzfunktion nach drei Monaten18. Februar 2022 © Gorodenkoff – stock.adobe.com (Symbolbild) Das Ausmaß der kardiovaskulären Folgeschäden nach COVID-19 ist nach wie vor unbekannt. Eine prospektive, longitudinale Kohortenstudie aus Dänemark setzte sich zum Ziel zu untersuchen, ob sich die Herzfunktion nach einer hospitalisierungsbedürftigen COVID-19-Erkrankung erholt. Der Studie zufolge wirkt sich eine akute COVID-19-Erkrankung negativ auf die rechtsventrikuläre (RV) Funktion und kardiale Biomarker aus, diese erholten sich jedoch nach Abklingen von COVID-19. Im Gegensatz dazu verbesserte sich die bei akutem COVID-19 beobachtete reduzierte linksventrikuläre (LV) Funktion nach COVID-19 nicht. Im Vergleich zu Alters- und Geschlechts-gematchten Kontrollen ohne COVID-19 blieben sowohl die LV- als auch die RV-Funktion beeinträchtigt. Die Ergebnisse wurden im „Euopean Journal of Heart Failure“ publiziert. In die Studie wurden 91 konsekutive, hospitalisierte COVID-19-Patienten (Durchschnittsalter 63±12 Jahre; 59% männlich) aufgenommen. Bei allen Patienten wurde während des Krankenhausaufenthaltes und im Median 77 Tage (IQR 72–92) später eine echokardiographische Untersuchung durchgeführt. Nach dem Abklingen von COVID-19 verbesserte sich die RV-Funktion gemessen anhand der M-Mode-Darstellung der systolischen Aufwärtsbewegung des Trikuspidalannulus (TAPSE: 2,28 ±0,40 cm vs. 2,11 ±0,38 cm, p<0,001) und des RV longitudinalen Strains (RVLS: 25,3 ±5,5% vs. 19,9 ±5,8%, p<0,001). Im Gegensatz dazu verbesserte sich die systolische LV-Funktion, gemessen anhand des globalen longitudinalen Strains (GLS), nicht signifikant (17,4 ±2,9% vs. 17,6 ±3,3%; p=0,6). Die Werte für NT-proBNP nahmen zwischen den beiden Untersuchungen ab (177,6 ng/l; IQR 80,3–408,0 vs. 11,7 ng/l; IQR 5,7–24,0; p<0,001). Während des Krankenhausaufenthaltes hatten 18 Teilnehmer (27,7%) erhöhte Troponin-Werte, bei der Nachuntersuchung keiner der Teilnehmer. Genesene COVID-19-Patienten wiesen im Vergleich zu den gematchten Kontrollen einen signifikant niedrigeren GLS (17,4 ±2,9% vs. 18,8 ±2,9%; p<0,001 und bereinigtes p=0,004), TAPSE (2,28 ±0,40 cm vs. 2,67 ±0,44 cm; p<0,001 und bereinigtes p<0,001) und RVLS (25,3 ±5,5% vs. 26,6 ±5,8%; p=0,50 und bereinigtes p<0,001) auf. Fazit In einem Kommentar zur Studie (https://doi.org/10.1002/ejhf.2364) werden die Ergebnisse wie folgt zusammengefasst: „Die Studie zeigt, dass eine subtile LV-Dysfunktion bei einem erheblichen Anteil der Patienten, die sich von einer COVID-19-Infektion im Krankenhaus erholen, fortbesteht. Die Verbesserung der RV-Dysfunktion ist fast durchgängig auf eine verbesserte pulmonale Hämodynamik zurückzuführen.“ (ah) Autoren: Lassen MCH et al. Korrespondenz: Tor Biering-Sørensen; [email protected] Studie: Recovery of cardiac function following COVID-19 – ECHOVID-19: a prospective longitudinal cohort study Quelle: Eur J Heart Fail 2021;23(11):1903–1912. Web: https://doi.org/10.1002/ejhf.2347
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