HPV-Impfung: 88 Prozent weniger Krebs15. Oktober 2020 Foto: ©jes2uphoto – stock.adobe.com Frauen, die als Jugendliche eine HPV-Impfung erhalten haben, erkranken nur noch selten an Gebärmutterhalskrebs – wahrscheinlich vor allem an Virustypen, die im Impfstoff nicht enthalten sind. Das sind die Ergebnisse einer Auswertung der schwedischen Gesundheits- und Bevölkerungsregister mit den Daten von über 1,6 Millionen Mädchen und Frauen aus den Jahren 2006 bis 2017. „Diese Daten bestätigen, was seit vielen Jahren zum Beispiel aus Australien bekannt ist: Die HPV-Impfung schützt vor einer Infektion mit den gefährlichsten Humanen Papilloma-Viren; sie schützt auch vor den Krebsvorstufen, was seit vielen Jahren bekannt ist. Kritiker behaupteten trotzdem immer wieder, dass Krebserkrankungen selbst vielleicht gar nicht seltener würden. Diese Bedenken sind nun eindeutig widerlegt“, erklärte Dr. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte: Von den 518.319 Frauen in der Auswertung, die vor dem 18. Geburtstag geimpft wurden, erkrankten nur 19 an einem Krebs des Gebärmutterhalses. Von den 528.347 Frauen der Auswertung ohne Impfung erkrankten dagegen 538 Frauen. „Man weiß, dass die Impfung umso zuverlässiger schützt, je früher sie durchgeführt wird. Deshalb wird heute dringend empfohlen, dass Eltern ihre Kinder – Mädchen wie Jungen – im Alter von 9 bis 14 Jahren gegen HPV-Infektionen impfen lassen, aber auf jeden Fall vor Aufnahme des Geschlechtsverkehrs. Bis zum 18. Geburtstag werden die Impfungen noch bezahlt“, erklärte der Frauenarzt. „Der moderne Impfstoff enthält sogar Antigene von neun Virusstämmen und ist deshalb der Impfung, die in dem Untersuchungszeitraum in Schweden verwendet wurde, noch überlegen.“ Die Impfung schützt dem Berufsverband zufolge nicht nur vor Gebärmutterhalskrebs, sondern auch vor allen anderen Krebsarten und Veränderungen, die durch HPV-Viren hervorgerufen werden, wie Krebs von Penis, Mundhöhle, Darmausgang, Schamlippen und auch vor Genitalwarzen „Außerdem müssen bei Frauen, die als Jugendliche eine HPV-Impfung erhalten haben, viel seltener Operationen am Muttermund erfolgen, um Krebsvorstufen zu entfernen“, betonte Albring. „Diese sogenannten Konisationen können den Muttermund schwächen und können bei einer Schwangerschaft das Risiko einer Frühgeburt erhöhen.“ Die HPV-Impfung, so Albring, sollten alle Eltern deshalb heute als eine absolut sinnvolle und unerlässliche Vorsorge für die Gesundheit ihrer Kinder ansehen. „Die Impfung gegen Krebs ist keine Pflicht. Aber sie ist ein Must-have.“ Originapublikation: Lei J et al. HPV Vaccination and the Risk of Invasive Cervical Cancer. N Engl J Med 2020;383:1340-8.
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