HPV-negatives HNSCC: Nivolumab plus Chemotherapie24. August 2026 Foto: luchschenF/stock.adobe.com Wie eine klinische Phase-II-Studie zeigen konnte, führt die neoadjuvante Kombination aus Nivolumab plus Chemotherapie bei HPV-negativen HNSCC bei mehr als der Hälfte der Patienten zu einem tiefen Tumoransprechen. Eine neoadjuvante Immuntherapie erscheint beim bezüglich Humaner Papillomviren (HPV) negativem lokoregionär fortgeschrittenen Kopf-Hals-Plattenepithelkarzinom (HNSCC) vielversprechend. Im Rahmen eines nicht chirurgischen Therapiekonzeptes überprüfte eine Arbeitsgruppe aus Chicago nun ihre Wirksamkeit und Verträglichkeit in einer klinischen Phase-II-Studie. Angepasste Radiochemotherapie mit günstigen Überlebensraten assoziiert Darin führte die neoadjuvante Kombination aus Nivolumab und Chemotherapie bei 53 Prozent der Patienten zu einem tiefen Tumoransprechen. Eine an das Ansprechen adaptierte deeskalierte Radiochemotherapie war bei diesen Patienten mit günstigen Überlebensraten und einer reduzierten akuten Toxizität assoziiert. In die monozentrische, nicht randomisierte Studie wurden zwischen 2019 und 2022 Patienten mit HPV-negativem lokoregionär fortgeschrittenen HNSCC im Stadium IVa/b (AJCC, 8. Edition) eingeschlossen. Die Patienten erhielten neoadjuvant Nivolumab in Kombination mit Carboplatin und Paclitaxel, gefolgt von einer an das Ansprechen angepassten Radiochemotherapie (CRT). So erfolgte bei einer Tumorreduktion von mindestens 50 Prozent gemäß RECIST 1.1 eine deeskalierte CRT bis 66 Gy unter Verzicht auf elektive nodale Zielvolumina. Bei geringerer Tumorreduktion führten die Ärzte eine Standard-CRT mit 70–75 Gy durch. Geringere Toxizität bei deeskalierter CRT Anschließend verabreichten sie eine adjuvante Nivolumab-Therapie über neun Zyklen. Als primären Endpunkt definierten die Autoren die Rate des tiefen Ansprechens (≥50 % Tumorverkleinerung gemäß RECIST 1.1). Sekundäre Endpunkte umfassten das PFS und OS sowie die Fern- und lokoregionale Kontrolle. Von 36 Patienten waren 78 Prozent männlich, das mediane Alter betrug 58,9 Jahre. Die mediane Nachbeobachtungszeit lag bei 20 Monaten. Die Rate des tiefen Ansprechens auf die neoadjuvante Kombination aus Nivolumab plus Chemotherapie betrug 53 Prozent (95%-KI 35–70), die ORR 86 Prozent (95%-KI 71–95). Insgesamt 19 Patienten erhielten eine deeskalierte, 16 eine Standard-CRT. Das Zwei-Jahres-PFS und -OS lagen bei 66 beziehungsweise 73 Prozent. Häufigste Nebenwirkungen waren Mukositis, Strahlendermatitis und Xerostomie, jeweils seltener unter deeskalierter CRT. Ergebnisse zu Nivolumab plus Chemotherapie sind vorsichtig zu interpretieren Bei der Interpretation der Ergebnisse zur ist laut den Autoren aufgrund des nicht randomisierten Charakters in Verbindung mit den unterschiedlichen Krankheitslasten und Lokalisationen des Primärtumors Vorsicht angebracht. Des Weiteren sei die Generalisierbarkeit der Ergebnisse aufgrund der Durchführung an einem einzigen Zentrum eingeschränkt. (ins/BIERMANN) Mehr zum Thema adjuvante Immuntherapie bei Kopf-Hals-Tumoren:Kopf-Hals-Tumoren: Adjuvante Immuntherapie verlängert krankheitsfreies Überleben
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