HPV-positives Oropharynxkarzinom: Verbesserte Klassifikation mit Therapieempfehlung14. Juli 2025 Foto: BBuilder – stock.adobe.com Eine aktualisierte Richtlinie zur Klassifikation von HPV-positiven Oropharynxkarzinomen hat ein US-amerikanisches Team vorgelegt. Neu ist die Einteilung von Stadium 1 in Untergruppen unter Berücksichtigung der extranodalen Ausbreitung. Mit ihrer Stadieneinteilung des HPV-positiven Oropharynxkarzinoms werde die Behandlung von Erkrankungen im Frühstadium einheitlicher und angemessener wie die Autoren der im Fachjournal „The Lancet Oncology“ erschienen Studie betonen. Entwickelt wurden die neuen Leitlinien von einem internationalen Expertengremium unter der Leitung von Allen Ho, MD, Professor für Chirurgie und Direktor des Kopf- und Halskrebs-Programms am Cedars-Sinai, Los Angeles (USA). Verfeinerte Stadieneinteilung, einheitlichere Therapieempfehlungen Frühere Richtlinien zur Klassifikation von HPV-positiven Oropharynxkarzinomen waren weiter gefasst, sodass die Erkrankung bei bis zu 80 Prozent der Patienten als Stadium 1 eingestuft wurde, mit drei möglichen Behandlungsstrategien: operativer Eingriff ohne adjuvante Therapien, Operation plus Strahlentherapie oder Operation plus Radiochemotherapie. „Durch die neue Stadieneinteilung werden Kliniker und Patienten mehr über die Prognose eines Patienten wissen und Unstimmigkeiten bei den Behandlungen, die den Patienten angeboten werden, minimieren“, umriss Erstautor Ho die Vorteile der vorgeschlagenen Einteilung. Den Empfehlungen der Autoren liegt eine Analyse von Registerdaten der US-amerikanischen National Cancer Database zugrunde, die Fälle von chirurgisch therapierten Patienten ab 18 Jahren mit HPV-positivem Oropharynxkarzinom einschloss. Zielsetzung der Studie: Aus den Daten eine optimierte pathologische Stadieneinteilung für HPV-positive Oropharynxkarzinome abzuleiten und zu validieren. Grundlage waren Determinanten des Gesamtüberlebens, etwa Lymphknotenmerkmale für das Gesamtüberleben. Je mehr metastatische Lymphknoten, desto höher das Mortalitätsrisiko Insgesamt erfüllten 14.447 Patienten die Einschlusskriterien und sie wurden in zwei Gruppen unterteilt: eine Ableitungskohorte (n=7768) und eine Validierungskohorte (n=6679). Bei 4552 Patienten (31,5 %) lag eine pathologische extranodale Ausdehnung (pENE) vor. Die mediane Nachbeobachtungszeit betrug 52,4 Monate (95%-Konfidenzintervall [KI]51,5‒53,3). Wie die Analyse der Daten zeigen konnte, stieg das Mortalitätsrisiko mit jedem zusätzlichen metastatischen Lymphknoten (Hazard Ratio [HR] 1,20; 95%-KI 1,11‒1,29; p<0,0001), bis zu einem optimalen Grenzwert von 4,3 Lymphknoten. Die multivariable Analyse bestätigte die Assoziation von pENE mit einem erhöhten Mortalitätsrisiko (HR 1,47; 95%-KI 1,30‒1,65; p<0,0001). Das Ausmaß der pENE (minor vs. major) scheint für die Prognose allerdings keine Rolle zu spielen: hier zeigten sich keine signifikanten prognostischen Veränderungen. Größte Neuerung: Berücksichtigung der extranodalen Ausbreitung Die Autoren konnten optimierte pN- und pTNM-Stadienklassifikation ableiten und validieren, unter Verwendung der adjustierten Hazard-Ratio: N1a: ein positiver Lymphknoten und pENE-negativ N1b: zwei bis vier positive Lymphknoten und pENE-negativ N2: mehr als vier positive Lymphknoten und pENE-negativ oder zwischen ein und vier positive Lymphknoten und ENE-positiv N3: mehr als vier positive Lymphknoten und ENE-positiv Stadium I: T0-2N0-1M0 Stadium II: T0-2N2-3M0 oder T3N0-2M0 Stadium III: T3N3M0 oder T4N0-3MO Stadium IV: M1. Den Autoren zufolge zeigt die neue Klassifikation im Vergleich zur vorhergehenden bessere Risikokonsistenz, Ergebnisvorhersage und Ausgewogenheit, aber keine Risikodiskriminierung. Das Expertengremium der American Joint Committee on Cancer für HPV-positive Oropharynxkarzinome hat den Vorschlag im Delphi-Konsens gebilligt. „Die vielleicht größte Änderung im neuen Staging-System ist die Berücksichtigung extranodalen Ausbreitung“, betont Zachary Zumsteg, MD, Professor für Strahlenonkologie und Biomedizinische Wissenschaften am Cedars-Sinai und Hauptautor der Studie. Die Berücksichtigung dieses Faktors sei wichtig, da er häufig sowohl die Prognose als auch die empfohlene Behandlung nach der Operation verändere. (ja)
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