Human-Antikörper statt Pferdeseren für die Behandlung von Diphtherie21. Januar 2020 Aufbau des Diphtherie-Toxins: Zellbindung (grün), katalytische Domäne (rot) und Transfer-Domäne (blau). (Grafik: © Institut für Biochemie, Biotechnologie und Bioinformatik, Abteilung Biotechnologie/TU Braunschweig) In einem vom PETA International Science Consortium Ltd. finanzierten Projekt haben Wissenschaftler des Instituts für Biochemie, Biotechnologie und Bioinformatik der Technischen Universität Braunschweig zusammen mit dem Britischen National Institute for Biological Standards and Control (NIBSC) humane Antikörper entwickelt, die das Diphtherie-Toxin neutralisieren. Diphtherie ist eine potenziell tödliche Infektionskrankheit und besonders in Regionen gefährlich, in denen die Impfquote gering ist. Im Falle einer Infektion erfolgt die Behandlung bisher mit einem Antiserum, dem Diphtherie-Antitoxin (DAT), das in Pferden erzeugt wird. Dabei werden die Tiere mit dem Diphtherie-Impfstoff und -Toxin immunisiert. Die vom Tier produzierten polyklonalen Antikörper, die das Diphtherie-Toxin neutralisieren, werden aus dem Blut gewonnen und aufgereinigt. Diese Therapie wird seit mehr als 100 Jahren unverändert genutzt. Pferdeseren haben wie andere therapeutische Tierseren den Nachteil, dass sie zu ernsthaften Nebenwirken wie der Serumkrankheit führen können. Gesundheitsbörden weltweit berichten außerdem, dass Pferdeseren in größeren Mengen nur schwer verfügbar seien und somit keine adäquate Reaktion in Falle einer Diphtherie-Epidemie möglich wäre. Zusätzlich gibt es starke ethische Bedenken bei der Nutzung von Tieren für die Produktion von Therapeutika für Menschen. Inspektionen von Firmen, die Pferde für die Produktion von DAT nutzen, zeigten, dass Tierschutzrichtlinien nicht eingehalten werden. Die Verwendung von humanen rekombinanten Antikörpern, die von Zelllinien im Labor produziert werden, würde diese Nachteile vermeiden. Mithilfe des Antikörper-Phagen-Displays, einer Methode zur Selektion von Antikörpern im Reagenzglas, wurden in dem Projekt ohne die Immunisierung von Tieren humane rekombinante Antikörper generiert, die das Diphtherie-Toxin neutralisieren können. Eine Kombination der Antikörper, die das Toxin am besten neutralisieren, ist ein aussichtsreicher Kandidat für weitere klinische Entwicklungen, um das DAT aus Pferdeserum zukünftig zu ersetzen.
Mehr erfahren zu: "Krankenhäuser fürchten neue Milliardenlöcher und Pleiten" Krankenhäuser fürchten neue Milliardenlöcher und Pleiten Die große Mehrheit der deutschen Krankenhäuser ist in finanziell prekärer Lage. Die Einsparungen der Bundesregierung werden die Not einer Umfrage unter Klinikchefs zufolge noch vergrößern.
Mehr erfahren zu: "Einweg-Vapes sind die beliebtesten Nikotin-Produkte bei Jugendlichen" Einweg-Vapes sind die beliebtesten Nikotin-Produkte bei Jugendlichen Bei Schülerinnen und Schülern in Deutschland sind Einweg-E-Zigaretten die am meisten konsumierten Nikotin-Produkte. Eine Krankenkasse fordert, mehr gegen die Attraktivität der Vapes zu tun.
Mehr erfahren zu: "Organspende in Deutschland: Leichter Anstieg, weiterhin großer Bedarf" Organspende in Deutschland: Leichter Anstieg, weiterhin großer Bedarf In Deutschland ist die Zahl der Organspenden in den ersten neun Monaten des Jahres leicht gestiegen. Dies geht aus Zahlen hervor, welche die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) bei ihrem Jahreskongress […]