Hunde sind eher wie Kleinkinder, wenn es darum geht, Menschen zu helfen10. März 2026 (Symbolbild) Foto: © Phuttharak – stock.adobe.com Warum eilt Dein Hund Dir zu „Hilfe“, wenn du nach etwas suchst, während Deine Katze das wenig kümmert? Neue Forschungen deuten darauf hin, dass dieser Unterschied auf tiefer liegenden evolutionären Wurzeln basieren könnte – und dass sich Hunde in bestimmten Situationen eher wie kleine Kinder als wie Katzen verhalten. Eine Studie, veröffentlicht in der Zeitschrift „Animal Behaviour“ von Forschern der Eötvös Loránd Universität (Ungarn) und der HUN-REN–ELTE Comparative Ethology Research Group untersuchte, wie untrainierte Begleithunde, Begleitkatzen und Kleinkinder im Alter von 16–24 Monaten reagieren, wenn ein vertrauter Betreuer nach einem versteckten Objekt sucht. Ziel der Forschenden war es, herauszufinden, ob diese drei Arten spontanes prosoziales Verhalten zeigen – also Handlungen, die anderen zugutekommen – ohne dass dafür eine direkte Belohnung erfolgt. Um dies zu testen, schufen die Forscher ein einfaches, natürliches Szenario: Ein Elternteil oder Besitzer suchte nach einem Gegenstand, der in Sichtweite des Kindes, Hundes oder der Katze versteckt war. Wichtig war, dass die Bezugsperson nicht direkt um Hilfe bat. Das Team beobachtete, ob die Testperson spontan den Standort des Objekts anzeigen würde – beispielsweise durch abwechselndes Hin- und Herblicken zwischen dem Objekt und der Bezugsperson, durch Annäherung an das Objekt oder durch Bringen des Objekts zur Bezugsperson. Starke Hilfsbereitschaft bei Hunden und Kindern „Es ist bekannt, dass Kinder in diesem Alter anderen helfen. Dass sie sich ähnlich verhielten wie in früheren Studien berichtet, bestätigte, dass unsere Methode und der Versuchsaufbau geeignet sind, prosoziales Verhalten zu messen“, sagt Melitta Csepregi, Erstautorin der Studie. „Interessanterweise zeigten die meisten Hunde und Kinder ähnliche Verhaltensmuster. Sie beteiligten sich bereitwillig an der Situation, und mehr als 75 % von ihnen zeigten auf den Gegenstand oder brachten ihn zurück, was auf eine starke Hilfsbereitschaft hindeutet – obwohl sie nicht trainiert waren, keine Belohnung erhielten und der versteckte Gegenstand, ein Spülschwamm, für sie bedeutungslos war.“ Katzen sind von Natur aus Einzelgänger Katzen hingegen zeigten eine deutlich geringere Bereitschaft dazu. Zwar nahmen sie die Situation wahr, halfen aber selten, außer im Kontrollversuch, wenn es sich bei dem versteckten Gegenstand um etwas handelte, das sie persönlich haben wollten (ihr Lieblingsleckerli oder -spielzeug). „Dies legt nahe, dass Domestizierung, das Teilen unseres Zuhauses und das Knüpfen enger Bindungen nicht ausreichen, um spontanes, menschenähnliches Hilfeverhalten hervorzurufen“, erklärt Márta Gácsi, Hauptautorin der Studie. Keine Selektion auf Team-Work Die Forscher glauben stattdessen, dass die Antwort tiefer in der Evolutionsgeschichte liegt. Hunde stammen von hochsozialen Vorfahren ab und wurden durch Jahrtausende der Interaktion mit Menschen geprägt. Katzen hingegen stammen von einzelgängerischen Vorfahren ab und haben sich eher selbst „domestiziert“, indem sie sich in der Nähe menschlicher Siedlungen ansiedelten. Anders als Hunde wurden sie nie darauf selektiert, mit Menschen zusammenzuarbeiten. Wichtig ist, dass die Ergebnisse nicht bedeuten, dass Katzen „böse“ sind. Vielmehr beobachten Katzen, wenn kein triftiger Grund zum Eingreifen besteht, eher, anstatt zu handeln. Dies spiegelt ihre größere Unabhängigkeit und geringere Abhängigkeit vom Menschen im Vergleich zu Hunden wider. Durch den Vergleich von Arten, die unseren Alltag mit uns teilen, bietet diese Forschung neue Einblicke in die mögliche Evolution von Sozialverhalten und Kooperation – und erklärt, warum sich unsere Haustiere so unterschiedlich verhalten, wenn wir eine helfende Hand (oder eine Pfote) brauchen.
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