Husten: TAHS-Studie identifiziert sechs Subklassen

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In einer aktuellen Analyse der laufenden Tasmanian Longitudinal Health Study (TAHS) haben Forschende potenziell behandelbare Merkmale für 6 Untergruppen von Patienten mit Husten identifiziert (z.B. Asthma, Allergien sowie aktives und passives Rauchen bei produktivem Husten).

Die TAHS-Studie ermöglichte es den Wissenschaftlern, die Merkmale und den Verlauf von Husten als heterogene Erscheinung in der Allgemeinbevölkerung über 6 Lebensjahrzehnte hinweg zu untersuchen: Denn in der prospektiven, gemeindebasierten Kohortenstudie (Start 23.02.1968) werden Probanden aus dem australischen Bundesstaat Tasmanien in Abständen von 10 Jahren ab dem 1. Lebensjahr nachbeobachtet).

Für die nun in „The Lancet Respiratory Medicine“ veröffentlichte Auswertung verwendeten die Autoren Daten der Probanden ab einem Durchschnittsalter von 7 Jahren bis zu einem Durchschnittsalter von 53 Jahren. Ziel war es, anhand dieser Informationen Subklassen von Husten unter aktuellen Hustenpatienten im Alter von 53 Jahren zu unterscheiden.

Die Wissenschaftler definierten solche Probanden als aktuelle Hustende, die auf einem entsprechenden Fragebogen ≥1 Frage zum Thema Husten mit „Ja“ beantworteten. Sie wurden in eine latente Klassenanalyse der Hustensymptome einbezogen. Personen, die alle 9 Punkte des Husten-Fragebogens mit „Nein“ beantworteten, wurden als Nichthustende angesehen und von der aktuellen Analyse ausgeschlossen.

Man bewertete 2 Gruppen von Längsschnittmerkmalen im Alter von 7–53 Jahren: zuvor festgelegte Längsverläufe der 1-Sekunden-Kapazität (FEV1), der forcierten Vitalkapazität (FVC), des FEV1/FVC-Verhält­nisses, Asthma und Allergien – identifiziert über eine gruppenbasierte Verlaufsanalyse oder eine latente Klassenanalyse – sowie Symptome zu verschiedenen Zeitpunkten, einschließlich Asthma, aktueller produktiver Husten, chronischer produktiver Husten, aktueller Tabakkonsum und Passivrauchen.

Von den 8583 Teilnehmern, die in die TAHS-Studie aufgenommen worden waren, machte man 6128 (71,4%) ausfindig und lud sie im Zeitraum 03.09.2012–08.11.2016 zu einer Nachuntersuchung ein. Davon wiederum schickten 3609 (58,9%) den Hustenfragebogen ausgefüllt zurück. Das Durchschnittsalter der Teilnehmer dieser Analyse betrug 53 Jahre (SD 1,0).

Die Studienautoren identifizierten 2213 (61,3%) der 3609 Teil­nehmer laut ihrer Definition als aktuell Hustende, während 1396 (38,7%) als Nichthustende eingestuft und von der latenten Klassenanalyse ausgeschlossen wurden. 1148 (51,9%) der 2213 analysierten Teilnehmer waren Frauen, 1065 (48,1%) Männer. Es waren 6 verschiedene Husten-Subklassen zu erkennen: 206 (9,3%) litten an minimalem Husten, 1189 (53,7%) hatten nur Husten im Rahmen einer Erkältung, 305 (13,8%) Husten im Zusammenhang mit Allergien, 213 (9,6%) litten an intermittierendem produktiven Husten, 147 (6,6%) an einem chronischen trockenen und 153 (6,9%) an einem chronischen produktiven Husten.

Wie das Forscherteam schreibt, wiesen Personen in den Subklassen mit chronischem produktiven Husten und intermittierendem produktiven Husten im Vergleich zu solchen mit minimalem Husten und im Gegensatz zu anderen Husten-Subklassen schlechtere Lungenfunktionsverläufe auf (anhaltend niedriger Verlauf der FEV1: 2,9% bzw. 6,4% bzw. 16,1%; p=0,0011; p<0,0001; früh niedriges und rasch abnehmendes FEV1/FVC-Verhältnis: 2,9% bzw. 12,1% bzw. 13,0%). Sie zeigten außerdem eine höhere Prävalenz von Husten (Alter 53 Jahre 0,0% bzw. 32,4% [26,1–38,7] und 50,3% [42,5–58,2]) und Asthma (Alter 53 6,3% [3,7–10,6] bzw. 26,9% [21,3–33,3] und 41,7% [24,1–49,7]) im Alter von 7 Jahren bis zum Alter von 53 Jahren.

Fazit
Sollten die in der aktuellen Auswertung gewonnenen Erkenntnisse durch weitere Studien gestützt werden, könne sich in Zukunft das Management produktiven Hustens in der Primärversorgung (z. B. Routine-Spirometrie) von dem des trockenen Hustens unterscheiden, schreibt die Arbeitsgruppe. Die Autoren zukünftiger bevölkerungsbasierter Studien könnten den von ihr entwickelten Rahmen nutzen, um die Heterogenität und Komplexität von Husten zu untersuchen. (ac)

Autoren: Zhang J et al.
Korrespondenz: Shyamali C. Dharmage; [email protected]
Studie: Association of novel adult cough subclasses with clinical characteristics and lung function across six decades of life in a prospective, community-based cohort in Australia: an analysis of the Tasmanian Longitudinal Health Study (TAHS)
Quelle: Lancet Respir Med 2024;12(2):129–140.
Web: https://doi.org/10.1016/S2213-2600(23)00340-5