Hydroxychloroquin bei diskoidem Lupus erythematodes8. Juni 2026 Symbolbild: © Studio Nova – stock.adobe.com In einer US-amerikanischen Studie entwickelten einige Patienten mit diskoidem Lupus erythematodes seltener Komplikationen wie Diabetes mellitus, arterielle Hypertonie und Koronare Herzkrankheit, wenn ihnen Hydroxychloroquin verordnet wurde. Der kutane Lupus erythematodes wurde historisch als auf die Haut begrenzte Erkrankung betrachtet und entsprechend behandelt. Neuere Forschungsergebnisse zeigen jedoch eine Assoziation mit systemischer Inflammation und einem erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen ähnlich dem systemischen Lupus erythematodes (SLE). Hydroxychloroquin wurde ursprünglich als Antimalariamittel eingesetzt und wird zur Behandlung autoimmuner Symptome bei Patienten mit systemischem Lupus erythematodes (SLE) verwendet. „Die Behandlung des diskoiden Lupus erythematodes konzentriert sich häufig auf die kutanen Symptome und weniger auf bekannte systemische Komplikationen wie kardiovaskuläre Erkrankungen“, so Dr. Juan Kang von der Johns Hopkins University School of Medicine in Baltimore (USA). „Unsere Studie zeigte, dass die Anwendung von Hydroxychloroquin mit besseren kardiovaskulären und kardiometabolischen Gesundheitsparametern, einschließlich Diabetes mellitus, bei Patienten nach fünf Jahren assoziiert war.“ Die neuen Studienergebnisse, veröffentlicht im „Journal of the American Academy of Dermatology“, zählen zu den ersten Untersuchungen, die prüfen, ob Erstlinientherapien des SLE auch Patienten mit kutanem Lupus zugutekommen. Fünf-Jahres-Ergebnisse zur Behandlung mit Hydroxychloroquin Für die Studie verglichen die Forschenden die Fünf-Jahres-Ergebnisse zweier Kohorten von Patienten, bei denen ausschließlich ein diskoider Lupus erythematodes und keine weiteren Autoimmunerkrankungen diagnostiziert worden waren. Jede Kohorte umfasste eine Gruppe, die innerhalb von fünf Jahren nach Diagnosestellung mit Hydroxychloroquin begonnen hatte, sowie eine zweite Gruppe ohne Hydroxychloroquin-Therapie. Patienten mit oraler Corticosteroidtherapie, immunsuppressiver Medikation oder Biologika wurden ausgeschlossen. Die erste Kohorte umfasste 106 erwachsene Patienten (mittleres Alter 47,8 Jahre) der Johns Hopkins Medicine mit schwarzer (67,0%), weißer (26,4%) und asiatischer (6,6%) ethnischer Zugehörigkeit. 46 dieser Patienten hatten niemals Hydroxychloroquin eingenommen, während 60 Patienten die Substanz aktiv einnahmen. Die zweite Kohorte bestand aus 2260 gematchten Patientenpaaren (mittleres Alter 52 Jahre) aus der TriNetX-Datenbank mit weißer (59,5%), schwarzer (27,1%), asiatischer (2,3%), sonstiger (2,8%) und unbekannter (7,7%) ethnischer Zugehörigkeit. Die Größe der TriNetX-Datenbank ermöglichte die Identifikation und das Matching von Patienten anhand ausgewählter Merkmale. Jedes Paar bestand aus einem Patienten mit Hydroxychloroquin-Therapie und einem Patienten ohne Exposition gegenüber Hydroxychloroquin, insgesamt 4.520 Studienteilnehmer. Seltener Komplikationen Über einen Zeitraum von fünf Jahren zeigten Patienten der Johns Hopkins Medicine unter Hydroxychloroquin im Vergleich zu unbehandelten Patienten ein deutlich geringeres Risiko für Hyperlipidämie, periphere arterielle Verschlusskrankheit, Angina pectoris und Koronare Herzkrankheit. Hinsichtlich arterieller Hypertonie, Typ-2-Diabetes mellitus, Myokardinfarkt und Schlaganfall ergaben sich keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen. In der TriNetX-Kohorte war die Anwendung von Hydroxychloroquin mit einem geringeren Risiko für arterielle Hypertonie, Hyperlipidämie, Typ-2-Diabetes mellitus, Schlaganfall und Koronare Herzkrankheit assoziiert. Insgesamt deuten die Ergebnisse darauf hin, dass Hydroxychloroquin und andere systemische Therapeutika spezifische Vorteile gegenüber topischen Therapien bieten können, die häufig beim diskoiden Lupus erythematodes eingesetzt werden. Als nächsten Schritt beabsichtigt das Team um Kang zu identifizieren, welche Patienten mit kutanem Lupus am meisten von Hydroxychloroquin als Erstlinientherapie profitieren. Ziel ist die Etablierung neuer Behandlungsleitlinien, die ergänzend zu bestehenden Therapiekonzepten berücksichtigt werden können. „Alle Patienten mit kutanem Lupus würden profitieren, wenn es gelingt, die klinische Perspektive auf diese Erkrankung zu erweitern und klare Leitlinien zu entwickeln, die die systemischen Auswirkungen über die Haut hinaus adressieren.“ (ins)
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