Hyperthyreose in der Schwangerschaft: Autoantikörper könnten das Risiko für Fehlbildungen erhöhen

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Eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) während der Schwangerschaft kann das Risiko für Fehlbildungen erhöhen. Laut einer dänischen Kohortenstudie steigt das Risiko insbesondere bei Müttern, die positiv für Autoantikörper gegen den TSH-Rezeptor sind. Bei mütterlichen TSH- und T4-Spiegeln zeigte sich wiederum kein Zusammenhang mit der Häufigkeit von Fehlbildungen.

Kinder von Müttern mit Hyperthyreose weisen ein erhöhtes Risiko für angeborene Fehlbildungen auf. Unklar ist jedoch, welchen Beitrag die mütterliche Schilddrüsenfunktion beziehungsweise Schilddrüsenautoantikörper hierzu leisten. In einer großen retrospektiven Kohortenstudie konnten Wissenschaftler des Universitätsklinikums Aalborg (Dänemark) keinen Zusammenhang zwischen der mütterlichen Schilddrüsenfunktion in der Frühschwangerschaft und dem Risiko angeborener Fehlbildungen feststellen. Die Ergebnisse deuteten jedoch darauf hin, dass stimulierende Antikörper gegen den Thyroidea-stimulierendes-Hormon(TSH)-Rezeptor mit einem erhöhten Fehlbildungsrisiko bei den Kindern assoziiert sein könnten.

Autoantikörper gegen TSH-Rezeptor erhöhen Risiko

In die Studie wurden 20.399 Schwangere ohne bekannte Schilddrüsenerkrankung und ihre Kinder aus der Danish National Birth Cohort sowie der North Denmark Region Pregnancy Cohort eingeschlossen. Die Forschenden werteten Blutproben aus der Frühschwangerschaft (Median: 10. Schwangerschaftswoche) auf TSH und freies Thyroxin (T4) aus. In einer der beiden Kohorten bestimmten sie zusätzlich Antikörper gegen Thyreoperoxidase (TPO), Thyreoglobulin, TSH-Rezeptor (TRAK) sowie stimulierende Antikörper gegen den TSH-Rezeptor (TSI).

Informationen zu angeborenen Fehlbildungen stammten aus Krankenhausdiagnosen. Insgesamt diagnostizierten die Forschenden bei 702 Kindern (3,4 %) angeborene Fehlbildungen. Die mütterlichen TSH- und freien T4-Werte unterschieden sich nicht zwischen Schwangerschaften mit und ohne Fehlbildungen (TSH: 1,19 vs. 1,13 mIU/L bzw. freies T4: 15,7 vs. 15,5 pmol/l). Auch bei Kindern von TPO- oder Thyreoglobulin-Antikörper-positiven Müttern (4,3 %) war die Häufigkeit von Fehlbildungen nicht höher als bei Kindern antikörpernegativer Mütter (4,0 %). Deutlich erhöht war die Fehlbildungsrate hingegen, wenn die Mutter positiv für TRAK oder TSI war (9,5 %; p=0,003). (hsp)