Hypertonie im Liegen offenbar problematischer als im Sitzen15. Juli 2025 © Robert Kneschke – stock.adobe.com (Symbolbild) Nächtlicher Bluthochdruck ist mit einem deutlich erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen (CVD) und Tod verbunden. Ob Hypertonie im Liegen (lHT) unabhängig von Hypertonie im Sitzen (sHT) ein Risikofaktor für CVD ist, war allerdings noch ungeklärt. Für die prospektive Kohortenstudie nutzten die Wissenschaftler aus den USA Daten der Studie Atherosclerosis Risk in Communities (ARIC), die 1987 zur Untersuchung kardiovaskulärer Risikofaktoren bei Erwachsenen mittleren Alters in 4 US-Gemeinden initiiert worden war. Bei >13.000 Erwachsenen mittleren Alters wurde der Blutdruck (BP) in liegender und sitzender Position gemessen. Sowohl bei lHT als auch bei sHT galt der BP als erhöht, wenn der systolische Wert ≥130 mmHg und der diastolische Wert ≥80 mmHg betrug. Die longitudinale Nachbeobachtung über >27 Jahre fokussierte auf CVD. Eine Vorgeschichte von Koronarer Herzkrankheit (KHK), Herzinsuffizienz (HF) oder Schlaganfall führte zum Studienausschluss. Eingeschlossen wurden somit 11.369 Teilnehmer ohne bekannte CVD (Durchschnittsalter 53,9±5,7 Jahre; 55,7% weiblich; 25,1% afroamerikanischer und 74,9% europäischer Abstammung). Bei 16,4% (95%-KI 15,5–17,2) der inkludierten Studienteilnehmer ohne sHT konnte eine lHT festgestellt werden, während 73,5% (95%-KI 72,2–74,8) der Teilnehmer mit sHT zusätzlich auch eine lHT aufwiesen. Die lHT war während einer medianen Nachbeobachtungszeit von 25–28 Jahren mit dem Auftreten von KHK (HR 1,60; 95%-KI 1,45-1,76), HF (HR 1,83; 95%-KI 1,68-2,01), Schlaganfall (HR 1,86; 95%-KI 1,63-2,13), tödlicher KHK (HR 2,18; 95%-KI 1,84-2,59) und Gesamtmortalität (HR 1,43; 95%-KI 1,35-1,52) assoziiert. Es gab keine signifikanten Unterschiede beim sHL-Status. Zudem waren die Ergebnisse hinsichtlich der Einnahme von Hypertoniemedikamenten ähnlich. Teilnehmer mit ausschließlich lHT wiesen ähnliche Risikoassoziationen auf wie Teilnehmer mit Hypertonie in beiden Positionen und signifikant höhere als Teilnehmer mit ausschließlich sHT. Eine Ausnahme stellte eine tödliche KHK dar. Die HRs im Sitzen vs. Liegen betrugen 0,72 (95%-KI 0,61–0,85) für KHK, 0,72 (95%-KI 0,60–0,85) für HF, 0,66 (95%-KI 0,51–0,86) für Schlaganfall und 0,83 (95%-KI 0,74–0,92) für die Gesamtmortalität. Fazit Die Mediziner stellten fest, dass lHT, unabhängig von sHT, eine höhere HR für das CVD-Risiko hatte als sHT allein. Zukünftige Forschung sollte daher laut den Autoren lHT im Zusammenhang mit nächtlicher Hypertonie und als unabhängiges Ziel der Blutdruckbehandlung untersuchen. (sh) Autoren: Giao DM et al. Korrespondenz: Duc Giao;[email protected] Studie: Supine Blood Pressure and Risk of Cardiovascular Disease and Mortality Quelle: JAMA Cardiol 2025;10:265–275. Web: https://doi.org/10.1001/jamacardio.2024.5213
Mehr erfahren zu: "Klinische Studien als Hoffnung bei seltenen Netzhauterkrankungen" Weiterlesen nach Anmeldung Klinische Studien als Hoffnung bei seltenen Netzhauterkrankungen Dr. Tobias Peters (Tübingen) informierte auf der Online- Pressekonferenz der Arbeitsgemeinschaft Klinische Studienzentren der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) welche Studien neue Erkenntnisse für Menschen mit seltenen Netzhauterkrankungen bieten.
Mehr erfahren zu: "Wenn Diabetes ins Auge geht: Neue Therapieansätze können die Behandlung erleichtern" Weiterlesen nach Anmeldung Wenn Diabetes ins Auge geht: Neue Therapieansätze können die Behandlung erleichtern Prof. Katrin Lorenz, Sprecherin der Arbeitsgemeinschaft Klinische Studienzentren der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG), berichtete auf der Online-Pressekonferenz zur Kampagne „Für mehr Sehen. Entdecke das Potenzial klinischer Studien.“ welche neuen Erkenntnisse […]
Mehr erfahren zu: "Keratokonus: Entzündliche Hauterkrankungen als Risikofaktor" Keratokonus: Entzündliche Hauterkrankungen als Risikofaktor Entzündliche Hauterkrankungen sind Risikofaktoren für die Entwicklung eines Keratokonus. Ein gezieltes Screening bei Patienten mit solchen Erkrankungen könnte für die frühzeitige Diagnose subklinischer Hornhautveränderungen hilfreich sein.