ICS bei COPD und Frakturrisiko: Leicht erhöhte Wahrscheinlichkeit bei hoher Dosierung18. April 2018 Foto: © Pixelwolf2/Fotolia Bei Patienten mit chronisch-obstruktiver Lungenkrankheit (COPD) ist der langfristige Einsatz inhalativer Corticosteroide (ICS) in hoher Dosierung mit einem leicht erhöhten Risiko für Frakturen der Hüfte und der oberen Extremitäten assoziiert. Das geht aus einer aktuellen Studie hervor. Es sei in der Vergangenheit insbesondere im Hinblick auf Frauen nicht sicher gewesen, ob die Verwendung von ICS über einen langen Zeitraum das Frakturrisiko erhöht. Eine kanadische Arbeitsgruppe hat dies daher unter besonderer Berücksichtigung von Frakturen der Hüfte oder der oberen Extremitäten untersucht und dabei ein besonderes Augenmerk auf etwaige Unterschiede zwischen den Geschlechtern gelegt. Die Forscher zogen für ihre Studie die Gesundheitsdatenbank der Provinz Quebec heran und identifizierten so eine Kohorte von COPD-Patienten für den Zeitraum 1990–2005. Diese Patienten wurden bis 2007 dahingehend beobachtet, ob eine Hüft- oder Armfraktur auftrat. In einer genesteten Fall-Kontroll-Analyse wurde jeder Fraktur-Fall mit 20 Kontrollpersonen gematcht. Das adjustierte Ratenverhältnis (Rate Ratio [RR]) von Frakturen unter Einsatz von ICS wurde nach Anwendungsdauer und Dosis mithilfe einer konditionellen logistischen Regression berechnet. Dabei wurde auch das Risiko von Männern und Frauen verglichen. In der Kohorte von 240.110 COPD-Patienten erlitten im Verlauf von durchschnittlich 5,3 Jahren 19.396 eine Fraktur (15,2 pro 1000 pro Jahr). Jeglicher Einsatz von ICS war nicht mit einem erhöhten Frakturrisiko verbunden (RR 1,00; 95 %-Konfidenzintervall [KI] 0,97–1,03). Die Frakturrate war bei einer mehr als 4 Jahre andauernden Verwendung von ICS in Tagesdosen ≥ 1000 μg Fluticason-Äquivalenten (RR 1,10; 95 %-KI 1,02–1,19) erhöht. Die Studienautoren beobachteten im Hinblick auf diese Risikoerhöhung keine Unterschiede zwischen Frauen und Männern.
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