Identifikation genetischer Varianten gelungen3. März 2023 Bild: © Tom – stock.adobe.com Für die postmortale Diagnose einer verdeckten Kardiomyopathie entdeckten Wissenschaftler aus Australien nun genetische Varianten. Eine sogenannte verdeckte Kardiomyopathie (CCM) – also eine Kardiomyopathie ohne offensichtliche strukturelle Veränderungen des Herzens – kann die Ursache für einen Plötzlichen Herztod (SCD) sein. Familienmitglieder von Personen, die einen CCM-bedingten SCD erlitten haben, könnten von der Kenntnis der subklinischen Erkrankung und einer daraus resultierenden frühzeitigen Versorgung profitieren. Bislang beschränkt sich eine genetische Testung nach SCD jedoch auf Fälle mit Auffälligkeiten in der Autopsie. Forscher aus Australien identifizierten nun ein Spektrum an Genen, das bei einem autoptisch nichtnachweisbaren SCD involviert ist. Dies könnte in die umfassende Untersuchung an SCD Verstorbener integriert werden, um die Diagnose der CCM zu verbessern und die Betreuung der Familien zu optimieren. Erstautorin Julia C. Isbister und Kollegen führten eine Gendiagnostik bei 91 Autopsie-unschlüssigen SCD-Fällen (Durchschnittsalter 25,4±10,7 Jahre) durch, die ein strukturell normales Herz oder subdiagnostische Befunde von unklarer Bedeutung bei der Autopsie aufwiesen. Anhand der Richtlinien des American College of Medical Genetics and Genomics klassifizierten sie genetische Varianten auf ihre Pathogenität hin. Soweit möglich, wurde auch eine Familiennachuntersuchung durchgeführt. Unabhängig vom Vorhandensein oder Fehlen von subdiagnostischen Befunden entdeckten sie 20 krankheitsverursachende Varianten (25,5 % vs. 18,2 %; p=0,398). Kardiomyopathie-assoziierte Gene trugen 70 % der klinisch verwertbaren Varianten und waren in Fällen mit subdiagnostischen strukturellen Veränderungen bei der Autopsie überrepräsentiert (79 % vs. 21 %; p=0,038). Sechs der 20 identifizierten krankheitsverursachenden Varianten befanden sich in Genen, die bei der arrhythmogenen Kardiomyopathie eine Rolle spielen. Nahezu 2 Drittel der Genotyp-positiven Verwandten wiesen entweder bei der Erst- oder Nachuntersuchung einen beobachtbaren Phänotyp auf und 27 Genotyp-negative Verwandte 1. Grades wurden aus dem laufenden Screening entlassen. (ah)
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