Im Reich der Düfte7. Dezember 2017 Petrischale mit einer Kultur des Pilzes Schizophyllum commune (Gemeiner Spaltblättling), der den Farbstoff Indigo bildet. Das Präparat ist in der Ausstellung „Duftspuren“ an der Uni Jena zu sehen. Foto: ©Jan-Peter Kasper/FSU Die chemische Sprache der Düfte gilt als die älteste Form der Kommunikation. Die neue Sonderausstellung im Phyletischen Museum der Friedrich-Schiller-Universität Jena „Duftspuren – die chemische Sprache der Natur“ widmet sich dem Thema ab dem 7. Dezember. „Vom Bienenstaat bis zur Bakterienkultur werden Gemeinschaften durch chemische Signale organisiert“, erzählt Ausstellungskuratorin Gudrun Rauwolf. „Genauso vielfältig wie die Wirkung ist die Zusammensetzung der Düfte. Und weil wir in Jena an mehreren Einrichtungen exzellente Forschung dazu betreiben, wollen wir dieses spannende Thema nun für die Öffentlichkeit zugänglich machen.“ Die Seidenspinnerweibchen locken die Männchen durch den Sexuallockstoff Bombykol an. Bombykol wurde 1959 als erstes Pheromon chemisch charakterisiert. Foto: © Hans Pohl/FSU Dementsprechend sei laut Rauwolf – Mitarbeiterin im Jenaer Sonderforschungsbereich ChemBioSys, durch den die Ausstellung unterstützt wird – auch die Exposition im Medusensaal konzipiert: „Zum einen führen wir ein in das Reich der Geruchsstoffe, in eine flüchtige Welt jenseits des Sichtbaren, und stellen Struktur und Wirkungsweise von Signalmolekülen vor. Andererseits schaffen wir unterdessen immer wieder lokale Bezüge zur hiesigen Forschung.” Die eigene Nase an Riechstationen testen „Interaktiv wird es an den 25 Riechstationen zugehen“, so Rauwolf, „da haben die Besucher selbst Gelegenheit, die Natur zu erriechen und ihren Geruchssinn auf die Probe zu stellen.“ Wohltuende Düfte nach Kakao oder frisch gemähtem Rasen mischen sich da mit schwefligem Meergeruch. Zu den Favoriten der Kuratorin gehören darüber hinaus das Modell einer Seidenspinnerraupe aus dem Jahr 1868, die zNose – ein transportabler Gaschromatograph – und ein erst kürzlich entdeckter Original-Herbarbeleg einer Braunalge des Jenaer Wissenschaftlers Ernst Haeckel, der den Begriff „Ökologie“ vor über 150 Jahren für die Wissenschaft vorschlug. Vom 8. Dezember bis zum 26. August 2018 kann die Sonderausstellung zu den üblichen Museumsöffnungszeiten besucht werden: dienstags bis freitags 9 bis 13 Uhr und 14 bis 17 Uhr sowie samstags und sonntags von 10 bis 16 Uhr. Ergänzt wird die Ausstellung durch ein umfangreiches Rahmenprogramm. So geben sieben Duftexperten Einblicke in ihre jeweiligen Fachgebiete, den Auftakt macht Prof. Dr. Georg Pohnert am 11. Januar mit einer Einführung in „Die chemische Sprache der Natur“. Eine detaillierte Terminübersicht und Informationen rund um die Ausstellung sind zu finden unter: http://www.phyletisches-museum.uni-jena.de/veranstaltungen.html.
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