Immer der Nase nach18. Juli 2023 Studienobjekt: die Gehörnte Mauerbiene. Foto: © Didgeman Wie erkennen solitär lebende Bienen und Wespen ihre Unterschlüpfe? Dieser Frage sind Dr. Sylvie Vandenabeele und Professor Thomas Schmitt nachgegangen. Dabei konnten sie die Bedeutung geruchlicher Marker nachweisen. Längst nicht alle Bienen und Wespen leben in Staaten mit mehreren tausend Individuen. Die Gehörnte Mauerbiene (Osmia cornuta) etwa nistet solitär. Bei der Wahl des Nistplatzes nutzen die Weibchen bestehende Hohlräume. Diese reichen von verlassenen Nestern anderer Bienenarten über Mauerritzen bis zu künstlichen Nisthilfen in Insektenhotels. Wie die Bienen ihre Bruthöhlen von den häufig nah beieinanderliegenden Behausungen ihrer Artgenossinnen unterscheiden, hat Sylvie Vandenabeele untersucht. Die Biologin arbeitet jetzt am Lehrstuhl Zoologie II der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU). Die Studie hat sie gemeinsam mit Professor Thomas Schmitt vom Lehrstuhl Zoologie III durchgeführt, nun ist sie im Fachjournal Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America (PNAS) erschienen. Olfaktorische Marker weisen den Weg „Bisherige Studien hatten nahegelegt, dass die Bienen die Nesteingänge visuell erkennen. Unsere Hypothese lautete, dass auch Duftstoffe eine Rolle spielen“, so Sylvie Vandenabeele. Chemische Untersuchungen und verhaltensbasierte Versuche zeigten, dass die Bienen an ihren Nesteingängen geruchliche Marker verwenden. Diese weisen dasselbe olfaktorische Profil auf, wie es die Insekten auch auf der Kutikula, ihrer äußersten Hülle, tragen. Die Wichtigkeit dieser Markierungen zeigte sich, als die Forschenden die olfaktorischen Profile entfernten: „Die Bienen wirkten orientierungslos und waren kaum noch in der Lage, ihr eigenes Nest ausfindig zu machen“, erklärt Vandenabeele. Besseres Verständnis für besseren Schutz Die Studie bestätigt, dass die Gehörnte Mauerbiene verschiedene Sinne zur Orientierung nutzt, dies dürfte auch auf andere Insektenarten übertragbar sein. Angesichts des massiven Rückgangs von Bestäubern und den daraus resultierenden Auswirkungen auf unsere Ökosysteme ist ein besseres Verständnis dieser Tiere enorm wichtig. Einerseits könnten so Schutz- und Unterstützungsmaßnahmen optimiert werden. Andererseits eröffnen die Ergebnisse weitere Möglichkeiten zur Forschung auf den Gebieten der sensorischen Wahrnehmung von Insekten und deren Kommunikation untereinander. Mögliche nächste Schritte für ihre Forschung sieht Sylvie Vandenabeele in der Ausweitung der Versuche auf weitere Arten solitär nistender Hautflügler: „Es stellt sich zum Beispiel die Frage, ob die Niststrategie einen Einfluss auf die Bedeutung der geruchlichen Komponente hat oder auch, ob Fressfeinde die Duftstoffe ebenfalls nutzen können, um Nester ausfindig zu machen.“
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