Immer mehr Eltern lehnen Vitamin-K-Gabe ab4. März 2026 Die frühe Gabe von Vitamin K kann Neugeborene vor einer Mangelblutung schützen. (Foto: © Kyrylo Ryzhov – stpock.adobe.com) Immer mehr Eltern lehnen Vitamin-K-Spritzen für ihre Neugeborenen ab und setzen ihre Kinder damit einem erhöhten Risiko für vermeidbare Hirnschäden aus. Dies geht aus einer systematischen Übersichtsarbeit hervor, deren Ergebnisse im April auf der 78. Jahrestagung der American Academy of Neurology in Chicago, USA, vorgestellt werden. Eine Vitamin-K-Spritze unmittelbar nach der Geburt kann die seltene, aber schwerwiegende Vitamin-K-Mangelblutung verhindern, die zum Tod des Neugeborenen oder zu lebenslangen Hirnschäden führen kann. „Vitamin K bei der Geburt ist sicher und wirksam. Zwar verweigert in den Vereinigten Staaten weniger als ein Prozent der Eltern die Gabe des Vitamins im Krankenhaus, allerdings hat unsere Untersuchung ergeben, dass in den vergangenen Jahren immer mehr Eltern dieses Ergänzungsmittel für ihre Neugeborenen ablehnen“, erklärte die Autorin der Studie, Dr. Kate Semidey von der Florida International University in Miami. „Dieser Trend ist besorgniserregend, da unsere Untersuchung auch ergeben hat, dass Babys, die keine Vitamin-K-Injektion erhalten, ein 81-mal höheres Risiko haben, eine Vitamin-K-Mangelblutung zu entwickeln.“ Bis zu drei Prozent der Eltern lehnen die Supplementierung ab Für die Untersuchung werteten die Forscher 25 Studien mit Daten aus zwei Jahrzehnten aus aller Welt aus. Die Studien untersuchten die Ablehnung von Vitamin K, die Häufigkeit von Vitamin-K-Mangelblutungen und deren Folgen, die Gründe der Eltern für die Ablehnung und mögliche Zusammenhänge mit der Ablehnung von Impfungen. Die Forscher fanden heraus, dass die Ablehnungsrate in Minnesota von 0,9 Prozent im Jahr 2015 auf 1,6 Prozent im Jahr 2019 gestiegen ist. In Kalifornien, Connecticut und Iowa lag die Ablehnungsrate zwischen 0,2 Prozent und 1,3 Prozent in den Jahren 2018 und 2019, wobei mehr als die Hälfte des Krankenhauspersonals einen Anstieg wahrnahm. International lagen die Ablehnungsraten in Kanada, Neuseeland und Schottland zwischen einem und drei Prozent, in einigen Geburtszentren sogar bei mehr als 30 Prozent. Jedes siebte Baby mit Vitamin-K-Mangelblutung stirbt Fallserienberichte über Babys mit Vitamin-K-Mangelblutungen zeigten, dass etwa 14 Prozent der Babys starben, etwa 40 Prozent langfristige neurologische Behinderungen wie kognitive Beeinträchtigungen, Krampfanfälle oder motorische Defizite hatten und etwa 63 Prozent der Babys Hirnblutungen aufwiesen. Die Forschenden stellten außerdem fest, dass Eltern, die Vitamin K für ihre Babys ablehnten, eher auch andere empfohlene Gesundheitsschutzmaßnahmen ausließen. In den USA lehnten Eltern, die Vitamin K ablehnten, mit 90-mal höherer Wahrscheinlichkeit sowohl die Hepatitis-B-Impfung als auch Augenmedikamente ab, die Neugeborene vor potenziell zur Erblindung führenden Infektionen schützen sollen. In Kanada war die Wahrscheinlichkeit, dass Kinder von Eltern, die Vitamin K ablehnten, im Alter von 15 Monaten nicht geimpft waren, 15-mal höher. In Neuseeland war diese Wahrscheinlichkeit 14-mal höher. Als Gründe für die Ablehung fanden die Forschenden Bedenken der Eltern bezüglich Schmerzen oder Konservierungsstoffen sowie den Glauben an unrichtige Informationen. „Unsere Ergebnisse zeigen, wie dringend notwendig es ist, Eltern vor der Geburt zu beraten. Nur so kann sichergestellt werden, dass sie verstehen, dass Vitamin K vermeidbare Hirnschäden und deren lebenslange Auswirkungen drastisch reduzieren kann“, erklärte Semidey. (ej/BIERMANN)
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