Immuneffektorzell-assoziierte Hämatotoxizität nach CAR-T-Zelltherapie: Vom Mechanismus zur Behandlung

NEW YORK (Biermann) – Hämatologische Nebenwirkungen einer ­CAR-T-Zelltherapie, die 2023 als Immuneffektorzell-assoziierte Hämatotoxizität (ICAHT) klassifiziert wurden, sind sehr häufig und können für klinisch relevante Infektionen prädisponieren.

Nun unterscheide sich die hämatopoetische Rekonstitution nach einer CAR-T-Zelltherapie von der durch eine Chemotherapie verursachte Myelosuppression, erläutern die Autoren einer kostenlos verfügbaren Übersichtsarbeit zum Spektrum der hämatologischen Toxizitäten nach einer CAR-T-Zelltherapie. Daher sei ein neues Klassifizierungssystem für frühe und späte ICAHT eingeführt worden. Ferner sei ein Risikostratifizierungsscore namens CAR-HEMATOTOX entwickelt worden, um Kandidaten mit hohem ICAHT-Risiko zu identifizieren und so risikobasierte Interventionsstrategien zu ermöglichen, führen Dr. Kai Rejeski vom Memorial Sloan Kettering Cancer Center in New York, USA, und seine Kollegen weiter aus.

Therapeutisch stellt die Wachstumsfaktor-Unterstützung mit Granulozyten-Kolonie-stimulierendem Faktor (G-CSF) die Hauptsäule der Behandlung dar, mit hämatopoetischen Stammzell-Boosts für Patienten, die auf G-CSF (falls verfügbar) nicht ansprechen. Obwohl die zugrunde liegende Pathophysiologie noch immer schlecht verstanden ist, deuten translationale Studien der letzten 3 Jahre darauf hin, dass die durch CAR-T-Zellen induzierte Entzündung und die eingangs vorliegende hämatopoetische Funktion die wichtigsten Beitragsfaktoren für eine verlängerte Zytopenie sind. (sf)

Autoren: Rejeski K et al.
Korrespondenz: [email protected]
Studie: Immune effector cell-associated haematotoxicity after CAR T-cell therapy: from mechanism to
management
Quelle: Lancet Haematol 2024;11(6):e459–e470. (open access)
Web: doi.org/10.1016/S2352-3026(24)00077-2