Immuntherapie beim NSCLC: Neue Erkenntnisse zu T-Zellen ermöglichen Vorhersage der individuellen Wirksamkeit31. August 2023 Abbildung: © steph photographies/stock.adobe.com Neue Erkenntnisse zu einer bestimmten Art von Immunzellen könnten bei Lungenkrebspatienten eine genauere Prognose ermöglichen und besser erkennen lassen, wer von Immuntherapien profitieren wird. Die Autoren einer aktuellen Studie fanden heraus, dass die Lokalisierung zytotoxischer T-Zellen in und um Tumoren dabei helfen kann, das Überleben des Patienten vorherzusagen und anzuzeigen, ob Behandlungen wirken werden oder nicht. Die Ergebnisse könnten den Autoren zufolge dazu beitragen, den Weg für bessere Immuntherapien zu ebnen. Diese leistungsstarken, aber kostenintensiven Therapie versagten derzeit in rund 80 Prozent der Fälle, wie die Wissenschaftler betonen – die neuen Erkenntnisse könnten es aber möglich machen, dass die Behandlungen bei mehr Patienten effektiver wirken. Die Experten weisen jedoch darauf hin, dass neben der Integration neuer Technologien noch weitere Forschung und Tests erforderlich sind, bevor eine Anwendung in der klinischen Praxis möglich ist. Für die neue, von Cancer Research UK finanzierte Studie untersuchte eine Arbeitsgruppe der University of Edinburgh (Großbritannien), warum Immuntherapien gegen die Erkrankung so oft versagen. Dafür untersuchten sie Moleküle, die die Aktivität von T-Zellen beeinträchtigen können. Konkret analysierte das Team Tumorgewebe von 162 Patienten, die sich einer Operation wegen Nichtkleinzelligem Lungenkrebs (NSCLC) unterzogen. Die Ergebnisse zeigten, dass hohe Konzentrationen zweier Enzyme (CD39 und CD73), die auf der Oberfläche vieler verschiedener Arten von Immunzellen gefunden werden, mit einer verringerten Überlebensrate der Betroffenen verbunden waren, wenn sie in Gewebe in der Nähe der Tumoren gefunden wurden. T-Zellen verfügen über einen eingebauten Sicherheitsmechanismus, der verhindern soll, dass sie bei der Bekämpfung einer Infektion überaktiv werden. Durch die Erhöhung der Konzentration dieser Enzyme nutzen Tumore dies für sich und entgehen so ihrer Zerstörung. Die Wissenschaftler beobachteten außerdem, dass sowohl der Ort als auch die Art der T-Zellen, die diese Enzyme exprimieren, eine wichtige Rolle bei der Prognose und der Vorhersage des Erfolges einer Immuntherapie spielen können. So waren hohe CD39-Werte auf der Oberfläche zytotoxischer T-Zellen, die sich in Tumornestern befanden, mit einer erhöhten Überlebensrate der betreffenden Patienten und einem besseren Ansprechen auf die Immuntherapie assoziiert. Wurden hingegen dieselben zytotoxischen CD39-T-Zellen außerhalb dieser Tumornester im Stroma gefunden, hatten sie keinen Einfluss auf das Überleben des Patienten. Hohe CD39-Spiegel auf der Oberfläche regulatorischer T-Zellen wurden dagegen mit einer verringerten Überlebensrate in Verbindung gebracht. Die Ergebnisse waren auch dann konsistent, wenn andere Faktoren berücksichtigt wurden – etwa das Alter des Patienten, die Tumorgröße und ob der Betroffene zusätzlich zur Operation eine Chemotherapie erhielt. Dr. Ahsan Akram vom Centre for Inflammation Research der University of Edinburgh, der für Cancer Research UK forscht, erläutert: „Diese Studie hilft uns zu verstehen, dass wir die Arten von T-Zellen im Tumor und ihre Position innerhalb desselben kennen müssen, damit wir die Komplexität begreifen können, mit der wir es zu tun haben. Wir hoffen, dass diese Ergebnisse zu mehr Forschung auf diesem Gebiet führen werden und in Zukunft dazu beitragen, solche Patienten zu identifizieren, denen Immuntherapien helfen, während wir zu einem früheren Zeitpunkt diejenigen erkennen können, bei denen dies möglicherweise nicht der Fall ist, sodass alternative Behandlungen erwogen werden.“
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