Immunzelldysfunktion bei nicht melanozytärem Hautkrebs

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Tumoren immunsupprimierter Patienten enthalten insgesamt weitgehend die gleichen Immunzelltypen wie jene immunkompetenter Betroffener. Die eingeschränkte Signalübertragung von Makrophagen könnte jedoch die Antitumorabwehr schwächen.

Forschende am University of Texas MD Anderson Cancer Center, Houston, USA, haben entdeckt, dass bei immunsupprimierten Patienten mit nicht melanozytärem Hautkrebs die entscheidenden Immunzellen, die auch bei immunkompetenten Patienten gefunden werden, nicht fehlen. Vielmehr haben die Makrophagen ihre Fähigkeit zur effektiven Kommunikation verloren.

„Die Behandlung dieser Patienten war über Jahre hinweg sehr herausfordernd, selbst im Zeitalter der Immuntherapie. Die vorherrschende Meinung war lange, dass diese Patienten schlichtweg über weniger dieser wichtigen Immunzellen verfügen, doch das haben wir nicht gesehen“, so Dr. Moran Amit, Houston, USA. „Wir haben gelernt, dass die Qualität der Immunzellen und ihrer Interaktionen genauso wichtig sein könnte wie die Anzahl der vorhandenen Zellen. Dies ist ein wichtiger Befund, denn diese Patienten benötigen bessere Behandlungsoptionen.“

Eingeschränkter Behandlungsspielraum

Nicht melanozytärer Hautkrebs ist die häufigste Krebserkrankung in den USA. Menschen mit geschwächtem Immunsystem, einschließlich Organtransplantatempfängern und Patienten mit bestimmten Blutkrebserkrankungen, entwickeln mit größerer Wahrscheinlichkeit aggressive Formen der Erkrankung. Häufig können diese Patienten aufgrund ihrer Immunsuppression nicht mit Immuncheckpoint-Inhibitoren behandelt werden.

In der aktuellen Studie, die in „Cell“ veröffentlicht wurde, analysierte das Team Tumoren von 138 Patienten mit nicht melanozytärem Hautkrebs. Patienten mit geschwächtem Immunsystem hatten ein kürzeres krankheitsfreies Überleben und eine Fünf-Jahres-Gesamtüberlebensrate von 33 Prozent im Vergleich zu 68,8 Prozent bei Patienten mit normaler Immunfunktion.

Bei normaler Funktion helfen Makrophagen T-Zellen dabei, Krebszellen zu erkennen und anzugreifen. Die integrierte Einzelzell- und räumliche Analyse ergab, dass Tumoren bei immunsupprimierten Patienten insgesamt weitgehend die gleichen Immunzelltypen aufwiesen, sich jedoch hinsichtlich der Verteilung und räumlichen Organisation der Immunzellen unterschieden. Zudem war die intratumorale Makrophagendichte verringert. Auch die klonale Diversität der T-Zellen war reduziert.

Die Einzelzellanalyse ergab, dass Tumoren bei immunsupprimierten Patienten viele der gleichen Immunzelltypen aufwiesen. Diese waren jedoch weniger effektiv darin, krebsbezogene Signale an andere Zellen zu senden. Zudem hatten sie eine reduzierte Rezeptordiversität, was darauf hindeutet, dass ihre Fähigkeit, Krebszellen zu erkennen, eingeschränkter war.

Neue Behandlungsansätze möglich

Das genaue Verständnis, wie die Immunzellen verändert sind, könnte Forschenden helfen, Methoden zur Prävention oder Umkehrung dieser Veränderungen zu entwickeln und damit neue therapeutische Optionen für diese Patienten zu eröffnen. Diese Befunde unterstreichen zudem die Bedeutung der angeborenen Immunität für die Gestaltung antitumoraler Immunantworten.

„Da wir jetzt wissen, dass die Zellen vorhanden sind, verändert dies, wie wir dieses Problem angehen“, erläutert Amit. „Wir untersuchen derzeit Möglichkeiten, die Zellen zu stärken oder ihnen zu helfen, ihre verlorene Funktionalität wiederzuerlangen. Das ist ein Wandel in unserem Herangehen an diese Erkrankung, könnte aber zu vielversprechenden neuen Forschungsrichtungen für Behandlungen führen.“ (ins).