Implantation eines subkutanen Defibrillators: Standardmäßige Defibrillationstestung wohl überflüssig27. Oktober 2025 Symbolbild eines implantierbaren Cardioverter/Defibrillators: ©thephotoholic/stock.adobe.com Auf die standardmäßige Defibrillationstestung (DT) bei Implantation eines subkutanen Kardioverter-Defibrillators (s-ICD) kann laut einer Beobachtungsstudie aus Frankreich vermutlich sicher verzichtet werden. Unter Einbeziehung aller s-ICD-Empfänger aus Frankreich in den Jahren 2012 bis 2019 ergab die Studie HONEST in der Langzeitbeobachtung (5 Jahre) keinen Vorteil der DT. Die verantwortlichen Forscher publizierten ihre Studienergebnisse im „Journal of the American College of Cardiology“. Sinkender Trend zur Defibrillationstestung HONEST zeigte über den inkludierten Implantationszeitraum einen sinkenden Trend zur DT. Zwischen 2012 und 2019 erhielten 4924 Patienten einen s-ICD. Dabei wurde eine DT insgesamt bei 82,6 Prozent vorgenommen. Während der Anteil zu Beginn des Erhebungszeitraumes (2012–2014) noch bei 85,4 Prozent lag, sank er in 2019 signifikant auf 66,9 Prozent (p<0,001). Patienten, bei denen keine DT durchgeführt wurde, waren im Schnitt älter (51,2 vs. 49,6 Jahre; p=0,007) und hatten eine geringere LVEF (37,6 % vs. 43,3 %; p=0,002). Außerdem erhielten sie den s-ICD häufiger zur Primärprävention (68,0 % vs. 62,4 %; p=0,002) und aufgrund einer strukturellen Herzerkrankung (84,9 % vs. 76,8 %; p<0,001). Weglassen der Testung ist für die meisten Patienten sicher Zu Komplikationen in Verbindung mit der DT kam es in 0,1 Prozent der Fälle, darunter zwei Todesfälle. Die Versagensrate lag bei 1,0 Prozent, wobei eine korrigierende Reintervention bei 87,8 Prozent der Patienten vorgenommen wurde. Unabhängige Prädiktoren für ein DT-Versagen waren eine erhöhte Schockimpedanz (≥89 Ω; OR 4,60; 95 %-KI 2,32–9,66; p<0,001) und Adipositas (Body-Mass-Index ≥30 kg/m²; OR 2,17; 95 %-KI 1,01–4,55; p=0,007). Nach Adjustierung war das Weglassen der DT nicht mit einem erhöhten Risiko für Gesamtmortalität (HR 1,17; 95 %-KI 0,86–1,61; p=0,313), kardiovaskuläre Mortalität (HR 1,04; 95 %-KI 0,70–1,56; p=0,846), plötzlichen Herztod (HR 0,27; 95 %-KI 0,04–1,72; p=0,167) sowie angemessene (HR 1,01; 95 %-KI 0,78–1,30; p=0,945) oder unangemessene Schocks (HR 0,98; 95 %-KI 0,78–1,23; p=0,865) assoziiert. Die kombinierten Raten von ineffektiven Schocks oder nicht erkannten ventrikulären Arrhythmien waren vergleichbar (0,05 vs. 0,06 pro 100 Personenjahre). „Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass auf die DT bei der Mehrzahl der S-ICD-Empfänger sicher verzichtet werden kann, während eine selektive DT bei Hochrisikogruppen in Betracht gezogen werden sollte“, resümieren die Studienautoren. (ah/BIERMANN)
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