In Berlin entsteht eine neue Anlage für radiopharmazeutische Dienstleistungen

Arbeit an einer abgeschirmten Produktionsbox zur Herstellung von Strahlenquellen. Foto: Eckert & Ziegler

Die Firma Eckert & Ziegler erweitert ihren Produktionsstandort in Berlin um eine neue Produktionsanlage für die Auftragsfertigung von Radiopharmazeutika. Diese kommen unter anderem bei Prostatakrebs zum Einsatz.

Die neue Anlage mit einer Gesamtfläche von rund 270 m² soll nach Unternehmensangaben sämtliche Vorgaben der “Good Manufacturing Practice” (GMP) erfüllen und ab dem ersten Quartal 2022 betriebsbereit sein.

„Im Moment befindet sich eine Vielzahl radiopharmazeutischer Substanzen von internationalen Pharmaunternehmen in fortgeschrittenen klinischen Prüfungen, darunter auch für breite Indikationen wie Prostatakrebs“, erklärt Dr. Lutz Helmke, Mitglied des Vorstands der Eckert & Ziegler AG und verantwortlich für das Segment Medical. „Mit der neuen GMP-Anlage positionieren wir uns als europäischer Produktions- und Entwicklungspartner für spezialisierte Pharmaunternehmen und innovative Wissenschaftler. Ihnen bieten wir eine Vielzahl von radiopharmazeutischen Dienstleistungen unter GMP-Bedingungen.“

Mit der GMP-Anlage will Eckert & Ziegler komplette Frühentwicklungsdienstleistungen anbieten, von der Prozessentwicklung bis zur Produktfreigabe. Damit werde das Unternehmen in der Lage sein, als radiopharmazeutischer Auftragsfertiger Produkte im klinischen Maßstab der Phasen I, II und III und für den kommerziellen Einsatz herzustellen, heißt es in einer Mitteilung.

Schwer gefragt: Lutetium-177

In Boston (USA) befindet sich momentan eine Produktionsanlage in Fertigstellung, mit der Yttrium-90 basierte Radiopharmazeutika zur Behandlung von Leberkrebs hergestellt werden können. Zukünftig wird das Unternehmen seine europäischen Produktionskapazitäten für Lutetium-177-markierte Medikamente auf seinen US-amerikanischen Standort erweitern. Lutetium-177 ist ein begehrter Wirkstoff vieler neuer Krebsmedikamente. „Aufgrund der vielen Studien, in denen Lutetium-177 weltweit klinisch geprüft wird, erwarten wir in den kommenden Jahren eine steigende Nachfrage nach diesem Isotop und damit zusammenhängenden Dienstleistungen. Dafür sehen wir uns mit unseren Produktionsstätten in Europa, Asien und Nordamerika bestens aufgestellt“, ergänzt Helmke.

In Jintan (China) investiert Eckert & Ziegler außerdem bis zu 50 Mio. EUR in den Bau einer Produktionsstätte für Radiopharmazeutika.

Über Eckert & Ziegler

Die Eckert & Ziegler Strahlen- und Medizintechnik AG gehört nach eigenen Angaben mit über 800 Mitarbeitern zu den größten Anbietern von isotopentechnischen Komponenten für Nuklearmedizin und Strahlentherapie. Das Unternehmen biete an seinen Produktions- und Vertriebsstandorten in 13 Ländern in Europa, Nord- und Südamerika und Asien Dienstleistungen für Radiopharmazeutika an, von der frühen Entwicklung bis hin zur Kommerzialisierung.

(Eckert & Ziegler / ms)