In Studien zur Atopischen Dermatitis fehlen Patientenbilder10. April 2024 Foto: © Zerbor – stock.adobe.com Wissenschaftliche Artikel über Atopische Dermatitis enthalten fast keine Bilder von Betroffenen, so eine Studie der Universität Göteborg. Mehr Bilder würden es den Patientinnen und Patienten jedoch erleichtern, sich an Entscheidungen über ihre eigene Behandlung zu beteiligen. „In den letzten Jahren wurden die Rechte der Patienten auf Mitwirkung gestärkt. Die Angehörigen der Gesundheitsberufe sollten heute Behandlungsentscheidungen gemeinsam mit dem Patienten treffen. Aber die wissenschaftlichen Artikel haben mit dieser Entwicklung nicht Schritt gehalten. Wir brauchen mehr Bilder von Patienten als visuelle Hilfen in der Kommunikation. Für Patienten ist es schwierig, die Zahlen zu verstehen, die in wissenschaftlichen Veröffentlichungen verwendet werden, um den Schweregrad oder die Wirkung einer bestimmten Behandlung zu beschreiben“, sagt Autor Sam Polesie, Göteborg. Verschwindend geringer Anteil an Patientenbilder Kürzlich veröffentlichte Polesie zusammen mit dänischen Kollegen eine ähnliche Studie, aus der hervorging, dass nur ein Bruchteil aller Patienten mit Psoriasis in klinischen Studien in wissenschaftlichen Artikeln abgebildet ist (siehe Bericht). Bei der Atopischen Dermatitis zeigt sich, dass sogar noch weniger Patienten abgebildet werden. Die Ergebnisse der Studie wurden im Journal of Dermatological Treatment veröffentlicht. Es handelt sich um einen systematischen Übersichtsartikel, der 60 Studien mit insgesamt fast 18.000 Patientinnen und Patienten umfasst. In all diesen Studien gab es 16 Bilder von insgesamt 6 Patienten. Das bedeutet, dass nur 0,3 Promille der Patienten in den veröffentlichten Artikeln mit Bildern vertreten waren. „Bilder sind auch wichtig, um zu verstehen, dass die Atopische Dermatitis bei verschiedenen Hauttypen sehr unterschiedlich aussieht. Bei Menschen mit heller Haut erscheint das Ekzem als Rötung, während bei Menschen mit melaninreicher Haut das Ekzem oft dunkler wird und die Krankheit eher als Violett oder gräulich wahrgenommen werden kann“, sagt Polesie. Pädagogischer Zweck und Training Künstlicher Intelligenz Laut Polesie bestehe auch ein deutlicher Bedarf an Bildern von mehr Patienten mit Atopischer Dermatitis in der medizinischen Ausbildung. Er sagt: „Es besteht ein Bedarf an leicht zugänglichen Bildserien, die verschiedene Arten der Atopischen Dermatitis in Patientengruppen und die Reaktion auf die Behandlung zeigen, die in der Ausbildung von Fachkräften des Gesundheitswesens, Medizinstudierenden und auch zur Patientenaufklärung verwendet werden können.“ Die Aufklärung der Patienten ist auch ein Eckpfeiler der internationalen Empfehlungen und Leitlinien für Atopische Dermatitis. Das Fehlen von Bildern kann auch für die Entwicklung im Bereich der Künstlichen Intelligenz von Bedeutung sein, da Algorithmen für das maschinelle Lernen auf großen Sammlungen von Bildern der Atopischen Dermatitis trainiert werden müssen. Bald könnten solche Algorithmen, die das Aussehen des Ekzems mit anderen relevanten Patienteninformationen kombinieren, Dermatologinnen und Dermatologen dabei helfen, die wirksamsten Behandlungsoptionen für einzelne Betroffene zu ermitteln. Die Studie wurde in Zusammenarbeit mit Mikael Alsterholm durchgeführt, der neben seiner Tätigkeit an der Universität Göteborg und dem Sahlgrenska Universitätskrankenhaus auch als Forscher am Karolinska Institutet tätig ist.
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