Inanspruchnahme von Notaufnahmen wegen IBD in den USA: Erheblicher Anstieg24. August 2018 © Monkey Business – fotolia.com Die Anzahl der Konsultationen in einer Notaufnahme aufgrund einer entzündlichen Darmerkrankung (IBD) nimmt in den USA laut einer aktuellen Erhebung immer mehr zu. Aus derselben Studie geht aber auch hervor, dass die Raten für Hospitalisierungen aus Notaufnahmen heraus gesunken sind. Die Verfasser der kürzlich in „Alimentary Pharmacology & Therapeutics“ veröffentlichten Arbeit analysierten Daten aus der NEDS-Studie (Nationwide Emergency Department Sample) für die Jahre 2006–2014. Bei der NEDS-Studie handelt es sich um die größte, alle Kostenträger umfassende Datenbank zu Notaufnahmen in den USA. Sie dokumentiert 135 Mio. entsprechende Patientenbesuche pro Jahr. Der Analyse zufolge stieg die Häufigkeit der Konsultation von Notaufnahmen aufgrund einer IBD im Untersuchungszeitraum um 51,8 %: von 90.846 Patientenkontakten im Jahr 2006 auf 137.946 im Jahr 2014. Im Vergleich dazu stieg die Zahl der Konsultationen einer Notaufnahme insgesamt zwischen 2006 und 2014 um nur 14,8%. Stationäre Aufnahmen aus der Notaufnahme heraus nahmen für IBD um 12,1 % ab, von 64,7 % in 2006 auf 52,6 % in 2014 zu, wie die Autoren berichten. Das Verhältnis von Colitis ulcerosa zu Morbus Crohn betrug im Jahr 2006 der Analyse zufolge 1,2:1, während es im Jahr 2014 bei 1,3:1 lag. Eine Chi-Square-Analyse ergab, dass es sich dabei um eine signifikante Abnahme handelte. Auch bei den Operationsraten war eine statistisch signifikante Abnahme zu erkennen. Die durchschnittlichen Kosten für die Behandlung der Patienten in der Notaufnahme stiegen um 102,5 % und die Gesamtkosten auf nationaler Ebene für IBD-Patienten in der Notaufnahme um 207,5%. In beiden Jahren erfolgten mehr als doppelt so viele Konsultationen wegen eines M. Crohn als aufgrund einer C. ulcerosa. Fazit C. ulcerosa, Zugehörigkeit zum männlichen Geschlecht, Einkommen in der höchsten Quartile, private Krankenversicherung sowie Medicaid/Medicare und Nikotinkonsum waren mit einer stationären Aufnahme der Patienten assoziiert, berichten die Studienautoren. Autoren: Ballou S et al. Korrespondenz: Dr. Sarah Ballou, Beth Israel Deaconess Medical Center, Boston, MA, USA; [email protected] Studie: Emergency department utilisation for inflammatory bowel disease in the United States from 2006 to 2014 Quelle: Aliment Pharmacol Ther 2018;47(7):913–921. Web: onlinelibrary.wiley.com
Mehr erfahren zu: "Verträglichkeit von Blutdrucksenkern: Deutliche Unterschiede bei Nebenwirkungen und Therapieabbrüchen" Weiterlesen nach Anmeldung Verträglichkeit von Blutdrucksenkern: Deutliche Unterschiede bei Nebenwirkungen und Therapieabbrüchen Unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW) bei blutdrucksenkenden Medikamenten tragen erheblich zu einer Unterbehandlung und schlechten Blutdruckkontrolle bei. Eine umfassende Netzwerk-Metaanalyse untersuchte nun systematisch das Risiko von Therapieabbrüchen sowie spezifische Nebenwirkungen der fünf […]
Mehr erfahren zu: "Naturbaden: Haut- und Magen-Darm-Probleme trotz guter Wasserqualität" Naturbaden: Haut- und Magen-Darm-Probleme trotz guter Wasserqualität Baden in Flüssen und Seen führte in einer aktuellen Studie vermehrt zu Hautproblemen und Magen-Darm-Erkrankungen. Das war auch der Fall, wenn die europäischen Standards für Badegewässer erfüllt waren.
Mehr erfahren zu: "Virchowbund: Vorstand für Mecklenburg-Vorpommern neu gewählt" Virchowbund: Vorstand für Mecklenburg-Vorpommern neu gewählt Erneut hat die Landesgruppe Mecklenburg-Vorpommern des Virchowbundes die Hals-Nasen-Ohren-Ärztin Angelika von Schütz zu ihrer Vorsitzenden gewählt. Von Schütz ist zugleich Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung.