Infektionen mit Clostridium difficile: Erhöhtes Risiko bei Magensäurehemmung25. August 2017 Foto: © upixa – fotolia.com Studien deuten an, dass die Einnahme magensäurehemmender Medikamente das Risiko für Clostridium-difficile-Infektionen (CDI) – der häufigsten Ursache für Diarrhoe im Krankenhaus – erhöhen könnte. Insbesondere rezidivierende CDI stellen ein großes Problem dar. Ihre potenzielle Assoziation mit der Anwendung von Protonenpumpeninhibitoren (PPI) oder Histamin-H2-Blockern wurde in einer Metaanalyse von 16 Observationsstudien mit insgesamt 7703 Patienten mit primärer CDI untersucht. Ein CDI-Rezidiv entwickelten 1525 Patienten (19,8 %). Bei Patienten, die mit Säurehemmern behandelt wurden, lag die Rezidivrate bei 22,1 % (892 von 4038 Patienten). Von den Patienten ohne Magensäurehemmung entwickelten 17,3 % (633 von 3665) ein CDI-Rezidiv. Das Rezidivrisiko war mit Magensäurehemmung um 52 % erhöht (OR 1,52 [95 %-KI 1,20–1,94]; p<0,001). Die Autoren der Metaanalyse merken an, dass die Studien eine signi-fikante Heterogenität aufgewiesen hätten (I2=64 %). Subgruppenanalysen, die um das Alter und potenzielle Störfaktoren adjustierten, bestätigten ein erhöhtes Risiko für rezidivierende CDI bei Anwendung von säurehemmenden Medikamenten (OR 1,38 [95 %-KI 1,08–1,76]; p=0,02). Die Autoren der Mayo Clinic in Rochester, USA, schlussfolgern, dass die Metaanalyse von Observationsstudien dafür spreche, dass Patienten, die magensäurehemmende Medikamente erhalten, ein erhöhtes Risiko für rezidivierende CDI aufweisen. Zwar müssten diese Daten aufgrund des beobachtenden Charakters der einzelnen Studien mit Vorsicht interpretiert werden, doch es könnte vernünftig sein, die Notwendigkeit dieser Medikamente bei Patienten mit CDI zu reevaluieren. Autoren: Tariq R et al. Korrespondenz: Division of Gastroenterology and Hepatology, Mayo Clinic, Rochester, Minnesota, USA Studie: Association of Gastric Acid Suppression With Recurrent Clostridium difficile Infection: A Systematic Review and Meta-analysis Quelle: JAMA Intern Med 2017 Jun 1;177(6):784–791. Web: jamanetwork.com/journals/jama-internalmedicine
Mehr erfahren zu: "Primärversorgung in der Apotheke? – Eine „abwegige Idee“" Primärversorgung in der Apotheke? – Eine „abwegige Idee“ Während die Apotheker zugunsten einer „schnelleren und effizienteren Versorgung“ Kompetenzen in der Primärversorgung für sich geltend machen, erteilen Ärzteverbände der „Primärversorgung light“ in der Apotheke eine „klare Absage“.
Mehr erfahren zu: "Diabetische Nephropathie: Probiotisches Bakterium könnte zur Linderung beitragen" Weiterlesen nach Anmeldung Diabetische Nephropathie: Probiotisches Bakterium könnte zur Linderung beitragen Der probiotische Stamm Lactobacillus rhamnosus CMU-pb-7 kann die diabetische Nephropathie (DN) wirksam lindern. Das zeigten Forscher aus Guangzhou (China) in einem durch fettreiche Ernährung und Streptozotocin induzierten Rattenmodell.
Mehr erfahren zu: "Rahmenbedingungen für Organspende in Deutschland: Bündnis ProTransplant reicht Verfassungsbeschwerde ein" Rahmenbedingungen für Organspende in Deutschland: Bündnis ProTransplant reicht Verfassungsbeschwerde ein Anlässlich des diesjährigen Tages der Organspende (6. Juni) werben Organisationen und Ländervertreter erneut für die Widerspruchslösung und unterstreichen den anhaltenden Mangel an Spenderorganen in Deutschland. Das Bündnis ProTransplant zieht wegen […]