InfraRed Molecular Fingerprinting: Neuer Weg zur Krebsfrüherkennung28. April 2026 Eine Blutprobe wird mittels Infrarotspektroskopie ausgelesen, um molekulare Signaturen sichtbar zu machen. So lassen sich Krankheiten wie Krebs frühzeitig erkennen. Bildquelle: © LMU/Mihaela Žigman Mithilfe der Infrarotspektroskopie wollen Münchner Forschende die Früherkennung von Krebs anhand einer Blutprobe ermöglichen. Die Entwicklung des sogenannten „InfraRed Molecular Fingerprinting“ wird nun von der Wilhelm Sander-Stiftung gefördert. Eine frühzeitige Diagnose ist bei den meisten Krebsformen die wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie. Molekulare Blutanalysen eröffnen hier neue Möglichkeiten: Sie machen krankheitsbedingte Veränderungen einzelner Organe im Zusammenspiel des gesamten Körpers sichtbar – und verbessern so die Früherkennung. Die Wilhelm Sander-Stiftung fördert nun ein Forschungsprojekt an der LMU München und dem Max-Planck-Institut für Quantenoptik mit rund einer Million Euro. Ziel dieses Vorhabens unter der Leitung von Prof. Ferenc Krausz und Prof. Mihaela Žigman ist es, eine neue Form der molekularen Krebsdiagnostik zu entwickeln und in die klinische Anwendung zu bringen. Infrarotspektroskopie bietet ganzheitlichen Ansatz Besonders vielversprechend sind Ansätze, bei denen die Infrarotspektroskopie aus einer einfachen Blutprobe molekulare Signaturen erfasst. Damit lässt sich die Gesundheit ganzheitlicher bewerten. Krankheiten können so potenziell deutlich früher erkannt werden als mit bisherigen Standardverfahren. Die Münchner Forschenden wollen durch die spektroskopische Messung von Blutproben Hinweise vor allem auf Krebs in sehr frühen Stadien finden. Die Blutproben können wiederum im Rahmen einer regulären medizinischen Untersuchung gewonnen werden, ohne eine zusätzliche Belastung für die Patientinnen und Patienten darzustellen. Somit liegt der Mehrwert des „InfraRed Molecular Fingerprinting“ (IMF) im ganzheitlichen Ansatz der Methode: minimal invasiv, überschaubare Probenvorbereitung und präzise Messdaten in kurzer Zeit. „Solche Datensätze sind eine wesentliche Voraussetzung, um Krebs zuverlässig früh zu erkennen und damit die Chancen auf erfolgreiche Behandlungen deutlich zu erhöhen“, erklärt Žigman. Entwickelt wurde die Technologie am Lehrstuhl für Laserphysik der LMU gemeinsam mit dem MPI für Quantenoptik. Fokus zunächst auf Lungenkrebs In den kommenden zwei Jahren richtet das Forschungsteam in der klinischen Studienplattform Lasers4Life den Fokus auf Lungenkrebs – weltweit eine der häufigsten Tumorerkrankungen und nach wie vor die führende Ursache krebsbedingter Todesfälle. Eine zuverlässige Früherkennung könnte hier entscheidend sein, um frühzeitigere Therapien zu ermöglichen und die Prognose der Betroffenen zu verbessern. Durch die Förderung der Wilhelm Sander-Stiftung sollen Teilnehmende an mehreren Standorten in Deutschland in die Studie eingeschlossen werden. So können die erforderlichen Fallzahlen schneller erreicht und zugleich Patientinnen und Patienten mit unterschiedlichen klinischen Merkmalen aufgenommen werden. Das Lasers4Life-Team an der LMU München und am LMU-Klinikum Großhadern treibt diese neue Form der Krebsfrüherkennung nun gemeinsam mit seinen Partner:innen voran. Ziel ist es, robuste und gut übertragbare Ergebnisse für die klinische Praxis zu erzielen. Referenzen: Eissa et al. Angew Chem Int Ed Engl 2024;63(50):e202411596.Pupeza et al. Nature 2020;577(7788):52-59.Kepesidis et al. ACS Cent Sci 2025;11(4):560-573. Kepesidis et al. BMC Med 2025;23(1):101.
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