Prognose des Überlebens anhand der PSMA-PET: Neue Risikogruppen für Prostatakrebs

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Bei Patienten mit Prostatakrebs wird zunehmend die Prostata-spezifisches-Membran­antigen-Positronenemissionstomographie (PSMA-PET) eingesetzt. Was bislang fehlte: neue, auf PSMA-PET basierende Risikogruppendefinitionen.

Diese aber braucht es dringend für Leitlinien, die klinische Praxis und das Design klinischer Studien. Jetzt hat das Team um Erstautorin Dr. Madeleine J. Karpinski von der Klinik für Nuklearmedizin des Universitätsklinikums Essen eine verbesserte Risikoklassifikation zur Prognose des OS nach 3, 5 und 7 Jahren vorgelegt, die auf PSMA-PET-Prostate-Cancer-Molecular-Imaging-Standardized-Evaluation(PROMISE; PPP)-Nomogrammen (PPP3) basiert.

Für die internationale, retrospektive, registerbasierte Kohortenstudie sammelten Karpinski et al. Daten aus dem PROMISE-PET-Register mit laufender Nachverfolgung des OS. Die Autoren schlossen männliche Patienten (≥18 Jahre) mit histologisch gesichertem Prostatakrebs in jedem Krankheitsstadium und mit jedem Performance-Status ein, die zwischen dem 06.12.2012 und dem 26.06.2024 eine PSMA-PET-Untersuchung erhalten hatten. Patienten mit neuroendokrinem Muster oder metastasierter bzw. disseminierter Malignität anderer Ursache als Prostatakrebs wurden ausgeschlossen.

Zentren weltweit einbezogen

Insgesamt 35 Zentren in Europa, Asien, Australien, Nordamerika und Südamerika wurden paarweise (2:1) in Entwicklungs- und Validierungskohorten aufgeteilt. Ganze Zentren wurden entsprechend ihrer Charakteristika (z. B. Patientenzahl pro Krankheitsgruppe, Land, Follow-up) paarweise zugeordnet. Primäres Studienziel war das OS. Um das 3-, 5- und 7-Jahres-OS zu prognostizieren, erstellten die Autoren PPP3-Nomogramme mittels Cox-Regressions­modellen mit LASSO-Regularisierung.

Karpinski und ihre Kollegen wendeten Kalibrierungskurven sowie Harrells C-Indizes an und führten einen Kopf-an-Kopf-Vergleich mit klinischen Risikoscores – getrennt nach Krankheits-Subgruppen – durch. Basierend auf dem visuellen PPP3-Nomogramm wurde zusätzlich eine vereinfachte Risikostrati­fikationstabelle erstellt.

Insgesamt analysierten die Autoren 11.154 Patienten, davon 7253 in der Entwicklungs- und 3901 in der Validierungskohorte. Das mediane Follow-up bis zu Zensierung oder Tod lag bei 4,9 Jahren (IQR 3,5–6,6). Klinische Krankheitsgruppen und PROMISE-Metriken wurden in visuel­len bzw. quantitativen PPP3-Nomogrammen kombiniert. Die C-Indizes betrugen 0,83 (95 %-KI 0,82–0,84) für das visuelle Nomogramm und 0,84 (95 %-KI 0,82–0,85) für das quantitative Nomogramm.

Beide Nomogramme sowie die vereinfachte Risikostratifika­tionstabelle waren präzise und gleichwertig oder überlegen gegenüber etablierten klinischen Risikoscores (International Staging Collaboration for Cancer of the Prostate, European Association of Urology, ein von Gafita et al. definiertes Nomogramm sowie National Comprehensive Cancer Network).

Die Arbeit präsentiert neue auf ­PROMISE basierende Risikonomogramme und eine einfache Tabelle zur Prognose des 3‑, 5‑ und 7‑Jahres-OS bei Prostatakrebs. Die Ergebnisse selbst, PROMISE- und PPP3-Bewertungen sind frei online verfügbar und können weltweit implementiert werden. (ja/BIERMANN)