Innerklinische Reanimationen 2024: Überleben bleibt trotz frühzeitiger Maßnahmen auf niedrigem Niveau10. September 2025 Symbolfoto: ©romaset/stock.adobe.com Der jüngst veröffentlichte Jahresbericht des Deutschen Reanimationsregisters zur innerklinischen Reanimation zeigt: In deutschen Krankenhäusern wird bei Herz-Kreislauf-Stillständen schnell reagiert – die Überlebenschancen bleiben dennoch gering. Kommt es zu einem innerklinischen Herz-Kreislauf-Stillstand, beginnen Pflegekräfte oder andere Anwesende in 91,6 Prozent der Fälle mit Reanimationsmaßnahmen – noch bevor das Notfall- oder Reanimationsteam eintrifft. Das zeigt der jetzt veröffentlichte achte Jahresbericht zur innerklinischen Reanimation 2024 des Deutschen Reanimationsregisters der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI). Trotz dieser hohen Quote an frühen Hilfsmaßnahmen bleiben die Überlebenschancen nach einem Herz-Kreislauf-Stillstand im Krankenhaus gering: Von insgesamt 5810 dokumentierten Reanimationen in 179 Kliniken im Jahr 2024 konnten nur 17,4 Prozent der Patienten lebend entlassen werden. Davon hatten lediglich 12,6 Prozent einen guten neurologischen Zustand. „Die Daten verdeutlichen: Frühzeitiges Handeln ist essenziell – doch gleichzeitig müssen Qualität und Geschwindigkeit der Versorgung kontinuierlich verbessert werden“, sagt Prof. Jan-Thorsten Gräsner, Sprecher des Organisationskomitees des Reanimationsregisters. Unter die 5810 inkludierten Datensätze fallen auch 2659 Datensätze einer Referenzgruppe von 57 Kliniken aus demselben Zeitraum, die besonders detailliert dokumentieren. Die Ermittlung der Referenzdaten soll genauere Ergebnisse liefern. Hauptursachen und Herausforderungen Die häufigste vermutete Ursache für einen Herz-Kreislauf-Stillstand im Krankenhaus war erneut ein kardiales Geschehen (47,3 %), gefolgt von Atemwegs- und Sauerstoffproblemen (30,9 %). Traumatische Ursachen spielen weiterhin nur eine untergeordnete Rolle. Besonders häufig traten Herz-Kreislauf-Stillstände auf Normalstationen auf (59,6 %), wo Patienten in der Regel nicht kontinuierlich überwacht werden. Weitere 20,5 Prozent der Fälle wurden in der Notaufnahme dokumentiert, 16,5 Prozent auf Intensiv- oder Überwachungsstationen. „Das erklärt, warum geschultes und aufmerksames Pflegepersonal eine so entscheidende Rolle spielt“, betont Gräsner. Besonders auffällig ist die Altersstruktur: Das Durchschnittsalter der Betroffenen lag bei 73,1 Jahren. Mehr als ein Drittel war über 80 Jahre alt. Dies verdeutlicht nach Ansicht der DGAI, dass die Reanimation im Krankenhaus in einer alternden Gesellschaft eine zunehmende Herausforderung darstellt. Ein wichtiger Fortschritt zeigt sich bei den Frühmaßnahmen: In fast allen Fällen waren es Pflegekräfte (87,7 %) oder anwesende Ersthelfende oder Besuchende (3,9 %), die noch vor dem Eintreffen des Notfallteams mit der Reanimation begannen. „Das ist Ergebnis gezielter, berufsgruppenübergreifender Fortbildungen“, erklärt PD Dr. Jan Wnent, Sprecher der Sektion Notfallmedizin der DGAI und Mitautor des Berichts. „Unser Ziel ist es, diesen Anteil weiter zu steigern – denn nur wenn sofort gehandelt wird, haben Patientinnen und Patienten eine Chance.“ Daten als Grundlage für Verbesserungen Mit seinen Analysen liefert das Deutsche Reanimationsregister die Basis, um Behandlungsketten zu überprüfen, Trainingsprogramme zu verbessern und damit langfristig die Überlebenschancen zu erhöhen. „Nur was wir messen, können wir auch verbessern“, verdeutlicht Gräsner.
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