Innovationsfonds: Deutsche Krebsgesellschaft fordert ergebnisorientiertes Vorgehen und transparente Strukturen13. Oktober 2023 Bild: ©Julien Eichinger – stock.adobe.com Die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) spricht sich dafür aus, die Abläufe im Innovationsfonds transparenter und ergebnisorientierter zu gestalten. Anlässlich der Veranstaltung „Brennpunkt Onkologie“ am 12. Oktober 2023 in Berlin forderte DKG-Generalsekretär Dr. Johannes Bruns, die Wirksamkeit des Innovationsfonds zu optimieren. „Durch den Innovationsfonds wurden viele sinnvolle Projekte gefördert. Es fehlt jedoch bisher ein klarer Mechanismus, wie für den Transfer empfohlene Projekte in die Regelversorgung überführt werden“, betont Bruns. „Wichtig ist eine höhere Verbindlichkeit für die jeweils adressierten Institutionen, den Empfehlungen des Innovationsausschusses auch zu folgen. Zudem sollten längere Förderzeiträume ermöglicht werden.“Bisher wurden im Rahmen des Innovationsfonds fast 600 Projekte in den Bereichen der neuen Versorgungsformen und der Versorgungsforschung mit einem Projektvolumen von insgesamt über 1,5 Mrd. Euro gefördert. Auch einige Versorgungsforschungsprojekte der DKG werden aus dem Innovationsfonds finanziert. Der Fonds zielt darauf ab, die Gesundheitsversorgung in Deutschland durch eine gezielte Förderung von innovativen Versorgungsformen sowie von Projekten der Versorgungsforschung weiterzuentwickeln und zu verbessern. Insbesondere sollten bestehende Versorgungsgrenzen überwunden werden. „Hier besteht noch deutlicher Nachbesserungsbedarf“, sagt Bruns. Auch ein Blick ins Ausland, wo die Implementierung in die Regelversorgung von Anfang an mitgedacht wird, könne helfen, die Schwachstellen des Innovationsfonds zu beseitigen und somit die Versorgung der Patienten nachhaltig zu verbessern.„Der Innovationsfonds auf dem Prüfstand“ – Expertenrunde beim „Brennpunkt Onkologie“ am 12. Oktober 2023 in BerlinIn der Diskussionsrunde der DKG-Veranstaltungsreihe „Brennpunkt Onkologie“ diskutierten Experten aus Medizin, Wissenschaft und Krankenkassen über Erfahrungen mit und Perspektiven für den Innovationsfonds. Prof. Martin Härter, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Netzwerks für Versorgungsforschung (DNVF), analysierte das bisherige Vorgehen von der Durchführung der geförderten Projekte bis hin zur Empfehlung und möglichen Implementierung. Der Innovationsfonds sei zwar ein sehr wichtiges Instrument zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung, benötige aber dringend neue Unterstützungsmaßnahmen, wie ein Transfer erfolgreicher Projekte in die Regelversorgung erfolgen kann, konstatierte Härter.Dr. Ursula Marschall, Forschungsbereichsleiterin Medizin und Versorgungsforschung des Barmer Instituts für Gesundheitssystemforschung, lieferte Erkenntnisse aus der Projektpraxis. „Die teils bestehenden Selektivverträge zwischen Krankenhäusern und Krankenkassen können nur eine temporäre Lösung darstellen – Ziel muss es aber sein, die Regelversorgung zu verbessern“, betonte Marschall.Als ehemaliger Vorsitzender im Expertenbeirat des Innovationsfonds teilte Prof. Holger Pfaff, Direktor des Instituts für Medizinsoziologie, Versorgungsforschung und Rehabilitationswissenschaft (IMVR), seine Erfahrungen. „Mit dem Innovationsfonds wurde eine wichtige Grundlage für die qualitative Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung geschaffen“, sagte Pfaff. „Wir müssen zukünftig die Projekte noch intensiver evaluieren, um die Chancen zu erhöhen, dass sie in die Regelversorgung überführt werden.“
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