Innovationspreise für Hautkrebsprävention verliehen

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In Deutschland erkranken rund 23.000 Menschen pro Jahr an bösartigem Hautkrebs. Vision Zero e.V. verleiht den diesjährigen Vision Zero Innovationspreis an zwei Projekte, die sich in besonderer Weise dem Kampf gegen Hautkrebs verschrieben haben.

Hautkrebs könnte oft verhindert werden, wenn die Bevölkerung Risikofaktoren meiden und Angebote der Früherkennung besser wahrnehmen würde. „Vision Zero e.V. unterstützt daher gut gemachte Projekte, die dazu führen, dass Hautkrebs gar nicht erst auftritt oder in einem heilbaren Stadium erkannt wird“, sagte Dr. Georg Ralle, Generalsekretär bei Vision Zero e.V. Als besonders förderungswürdig nannte Ralle die digitalen Lösungen zur Hautkrebsprävention und -Diagnostik von Dr. Titus Brinker, Heidelberg, sowie die Aufklärungsinitiative der Patientenorganisation Melanom Info Deutschland – MID e.V. „Diese Akteure erhalten daher den Vision Zero Innovationspreis 2023 für herausragende Leistungen in der Onkologie.“

Hohe Genauigkeit in der Hautkrebsdiagnostik

Brinker ist Dermatologe und forscht am Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg über Hautkrebserkrankungen. Dort entwickelte er auch die Sunface App und den AppDoc, digitale Anwendungen, die anhand von Selfies die Folgen übermäßiger Sonnenexposition auf die Haut veranschaulichen beziehungsweise dazu beitragen, verdächtige Hautstellen online abzuklären. Weiter entwickelte Brinker mit seinem Team eine künstliche Intelligenz (KI), die harmlose Muttermale und bösartige Melanome besser voneinander unterscheiden konnte als Fachärztinnen und Fachärzte für Dermatologie und Pathologie. Seine neueste Innovation ist die weltweit erste KI, die ihre Entscheidung vollständig in Fachsprache erklärt, sodass sie durch Hautärzte nachvollzogen und überprüft werden kann.

Aufklärung und Information aus Sicht der Betroffenen

Die Patientenorganisation Melanom Info Deutschland – MID e.V. wurde 2017 von den Melanompatientinnen Astrid Doppler und Katharina Kaminski gegründet. Der Verein unterstützt die digitale Vernetzung der Mitglieder und leistet Aufklärungsarbeit auf gängigen Social-Media-Kanälen, wie Facebook, Instagram und Twitter. Darüber hinaus fördert MID e.V. die Gründung von lokalen Selbsthilfegruppen, von denen es bundesweit mittlerweile 13 gibt. Und schließlich widmet sich der Verein der Planung und Ausrichtung zielgruppengerechter Veranstaltungen. So fand zum Beispiel im Januar 2020 das erste Barcamp Hautkrebs statt, bei dem Patienten als Experten ihrer eigenen Erkrankung Vorträge hielten und zur Diskussion einluden.

„Dr. Titus Brinker und MID e.V. nutzen auf hervorragende Weise das Potenzial digitaler Anwendungen, um dem Hautkrebs vorzubeugen“, kommentierte Ralle. „Das ist ganz im Sinne der Vision Zero, mit der wir die Zahl der krebsbedingten Todesfälle drastisch senken, idealerweise gegen null bringen wollen. Wir freuen uns daher sehr, Dr. Titus Brinker sowie dem MID e.V. vertreten durch Astrid Doppler und Katharina Kaminski heute den Vision Zero Innovationspreis 2023 zu überreichen.“